Es gibt keine Naturkatastrophe

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7 Kommentare

von Sina | 26. Januar 2010 um 17:04

Ist eine Katastrophe nur eine Katastrophe, wenn Menschen zu Schaden kommen? Definieren wir Katastrophe. Laut Wiki (mein Altgriechisch ist so holprig) bedeutet Katastrophe eine “Wendung zum Niedergang”. Der Mensch nutzt selbstgeschaffene Wörter gern für sich allein, das ist klar. Menschen sind die einzigen, die über “Intelligenz” verfügen dürfen und sie sind allein von “Katastrophen” betroffen.

Wenn ein Waldstück abbrennt, dann sterben tausende Pflanzen, hunderttausende Insekten und dazu mit Sicherheit auch je eine handvoll “größerer” Tiere. Aber als wirklich schützenswert sieht der Mensch bekannterweise nur Arten an, die er entweder schon ausgerottet hat oder die einfach so niiiiieeeeedlich sind. Flauschige, putzige, ach so niedliche Rehkitze zum Beispiel. Fuchsjunge sind zwar auch “niedlich” aber wenn sie groß werden, dann beißen sie und ach … Füchse halt, Tollwut. Die niedlichen Rehe werden dann aber doch auch schon wieder degradiert, wenn sie ausgewachsen sind, denn sie stehen nun mal oft selten dämlich auf Autobahnen und Schnellstraßen herum. Ganz besonders gern nachts. Und noch lieber an Stellen, wo man nicht ausweichen kann. Und würde man ausweichen, würden sie trotzdem ins Auto rennen. Das sind Rehe. Aber das kleine flauschige eben auch. Und das ist bemitleidenswert.

Würde man also neben jedes abgebrannte, durch weggeworfene Kippen ect., Waldstück einen Aushang stellen “Hier sind 5 Rehkitze umgekommen, sie hießen Paul1-4 und Pauline” dann würden die Menschen darin eine sehr sehr sehr gemein große Katastrophe sehen. Und dann würde aber sowas von der Kopf gefordert von demjenigen, der die Kippe weggeschnippt hat. Aber wen interessieren schon die paar hunderttausend Insekten. Und Pflanzen. Pflanzen sind doch nur Sauerstofflieferanten, keine Lebewesen.

Die Katastrophe wird also erst zur Katastrophe erklärt, wenn der Mensch sich mit dem zu Schaden gekommenen identifizieren kann. Darum nehmen Hilfsorganisationen auch mehr Geld ein, mit Plakaten wie “Xy möchte in die Schule gehen. Spenden Sie für sie.” und einem Bild eines eigentlich doch glücklich aussehenden Kindes, als mit dem Aufruf “In der gesamten Region X sterben Menschen an verschmutzten Trinkwasser, spenden Sie für die Anschaffung von Filtern und das Anlegen von Brunnen”.

Natürlich ist die Situation in Haiti eine Katastrophe. Natürlich sind viele, viele Menschen umgekommen. Aber wieso nur Haiti? Gut, im Moment benötigt Haiti Soforthilfe. Aber das tun Millionen jeden Tag verhungernde Menschen auch. All die, die für einen Liter verdrecktes Wasser zig Kilometer am Tag laufen, die brauchen seit Jahren Soforthilfe. Mehr SOFORT als sofort.

Da kommen doch wirklich Menschen an, die einem stolz erzählen “Ich habe jetzt das erste Mal in meinem Leben gespendet, hatte bisher nie was gefunden, was mir zusagte aber die auf Haiti brauchen’s ja wirklich”. Da kann ich nicht einmal anerkennend nicken.

von Lichtträger | 26. Januar 2010 um 18:47

Väterchen Frost spricht über die Auswirkungen der Hitzewallungen der Erde, hi.

Die Lineare Beschleunigung des Handelns in der Enzyklopädie der Zusammenhänge und ihre Reziproken Abwägungen, in die Zuversicht Kausaler Zusammenhänge.

Warum wird nicht gehandelt?! Oder. Warum wird nur Katastrophal gehandelt?!

Haiti ist ein Typisches Beispiel der “Gunnar Heinsohn“ These. Es wird gehandelt und nach unseren Maßstäben Gesellschaftlich Katastrophal viel Nachwuchs erzeugt.
Die Kirche und die Animalische Fetischkultur gehen dabei eine sich multiplizierende
Allianz ein und führen zu einer multiplen Pandora die mit der klassischen Medea
Liebäugelt.

Es gibt einen Video Bericht der etwa ~1-2Jahre vor dem Beben ausgestrahlt wurde. Und es ging dabei um die Frage, warum braucht Haiti eine so riesiges edles Regierungsgebäude, wenn die Bevölkerung im nichts lebt. Es wurde damit spekuliert, dass die Würde des Menschen damit erhalten bliebe und zudem viele Arbeit hätten , der Komplex war noch nicht ganz fertig, und er auch deshalb so massiv sei weil es in einer Erdbebenzone stehe und die Regierung wenigstens handlungsfähig bleibe wenn es bebt. Auf die Frage, was es denn zu Regieren gäbe wenn schon heute nichts da wäre, und wenn der Palast doch zusammen falle. Na dann könne man alles vergessen. Und da stehen wir heute.

Zum einen besteht heute ein Medialer Zusammenhang auf Internationaler Ebene zu handeln, für die potenziell Zahlungskräftigen Menschen, durch die Monopolisierenden Informationsmassenmedien. Aber noch nicht im Sinne föderativer Humaner Gesellschaftsstrukturen deren Verantwortung sie Inne haben.

Und zum Besagten Wesentlichen nicht handeln sind die Mehrheit der Menschen erzogen und konditioniert. Die Menschen verhalten sich wie die Schwarm Fische. Normal zusammen und bei Gefahr wendet er sich nach Innen. Er besitzt kein Überstrukturiertes automatisches individuelles Handeln, das er sich nicht selbst bei bringt.
Globales handeln wird Rational erzeugt gelernt oder eben noch nicht.

Das ist auch der Grund warum wir die Gesellschaftsstruktur dringend weiter entwickeln müssen. Einen guten Einblick in welche Richtung es gehen soll vermittelt die BGE Debatte.

Die vermeidliche Katastrophe des Nichthandelns ist lediglich eine Katastrophe des Handelns als differenzierte Komplexität der Sexualmagie. Der Vorstellung als Hydra der Süßwasserpolyp des ewigen Lebens durch sich selbst, im unablässigen tun.

Nein es gibt keine Katastrophe. Zynisch: Und die die sich die Steinhäuser im Zentrum leisten konnten waren die die das Elend seid Jahren Bandenmäßig für sich nutzen sagen die Bewohner der Peripherie so wie die Hilfsorganisationen und Strategische Politische Kalkulationen.

von Sina | 26. Januar 2010 um 19:27

Hallo Lichti, du auch hier?

Bitte bitte kurze Erklärung zu:

“Die vermeidliche Katastrophe des Nichthandelns ist lediglich eine Katastrophe des Handelns als differenzierte Komplexität der Sexualmagie. Der Vorstellung als Hydra der Süßwasserpolyp des ewigen Lebens durch sich selbst, im unablässigen tun.”

Hab’s jetzt dreimal gelesen und keine Ahnung, was du damit sagen möchtest. Mag an mir liegen aber wenn du so freundlich wärst …

von Lichtträger | 27. Januar 2010 um 12:43

@Sina,
“Hab’s jetzt dreimal gelesen und keine Ahnung, was du damit sagen möchtest.“

Nun das liegt im Aussen, zum einen an der wirklich hoch komplexen kausalen linearen Betrachtungsweise von Zusammenhängen, der normal Logik an sich. Und zum andern, an den für dich scheinbar nicht einsehbaren Kulturelen Praktiken der Haitianern und ihrer Innenwelten.

Diese Bilder einer unbedarfte Masse an Menschen die dir sicher wiederholt durch Medien zu Augen gekommen ist, irritiert, spiegelt in keinster weise die Kulturelle Lebenswelt der Bevölkerung.

Die Bilder der Medien lassen gewollt vielmehr eine dumpfe zum Teil aggressiv irrational handelnde planlose Bevölkerung erscheinen, die zum Teil Standardisierte Kolonialzeitlich eingepflanzte Vorstellungswelten Unzivilisierter Afrikanischer Stammeskultur darstellen soll, und deren Errettung aus dem vermeintlichen Chaos.

Dieselben Bilder bedienter Ängste der Einwanderungs- und Kulturdebatten hier nur mit anderem ± Vorzeichen.

So werden Bewusst und für die betroffenen Unbewusst, hüben wie drüben, Fremdenfeindlichkeit genährt, durch sogenante Hilfe zementiert.
Der Erdbebensichere Beton der Köpfe, etwas gesalzen ja, hi.

Ausgrenzung als mittel zur Erhaltung Kultureller Identität. Im Kleinen, die Profilierungssucht, wie im Gästebuch momentan Thematisch aktuell.

Sollte dich die Haitianische Magie echt interessieren, empfehle ich dir eine Reise dort hin.

“Bitte bitte kurze Erklärung zu: . . .“

Frau/Man kann/könnte auch anders handeln. Der Süßwasserpolyp dient als Beispiel. Der Mensch als unerschöpfliche Ressurse und der daraus resultierende Umgang mit Ihm. Bedenke, nur was Wertvoll ist besitzt Handlungswert.

Und was ist Wertvoll?!

Der Wille zum Herzen.

Gruss

von Sina | 27. Januar 2010 um 13:30

Die Bilder in den Medien habe ich nur teilweise wahrgenommen, halte mich weit weit von flimmernden Nachrichtenbildschirmen fern. Einmal das Tagesgeschehen - für mich bitte ohne Bilder. (auch aus oben genanntem Grund, Manipulation kann so einfach sein)

Hatte mich eher wenig mit dem Süßwasserpolypen beschäftigt aber so rum ergibt’s sogar in meinem logikresistenten Kreativhirn Sinn, danke dir.

von Quaker | 02. März 2010 um 14:14

Natürlich sind die ehemaligen Kolonialherren auch am schlechten Bildungsstand Haitis, am fehlenden Sozialsystem, an der darniederliegenden Wirtschaft und allen sonstigen Übeln dieses Landes Schuld, und damit letztendlich auch an der schlechten Vorsorge gegen Erdbeben. Danke für die Aufklärung Monsieur Pauli.

von dada | 09. März 2010 um 09:24

Paoli, vous hibernez ou quoi ?


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