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Kinderbetreuung am 26.2.17

Audiodeskription am 25.5.17

Premiere im Rahmen der Silvesterfeier: 31. Dezember 2016

Zur Bildergalerie der Silvesterfeier (© Rolf Arnold)

Besetzung

Leitung

Der Gott des Gemetzels

Yasmina Reza
Deutsch von Frank Heibert und Hinrich Schmidt-Henkel

Ein Pharma-Anwalt und eine Vermögensberaterin. Eine Autorin mit Afrika-Schwerpunkt und ein Sanitärhändler. Wann begegnen sich zwei solch gegensätzliche Paare? Selten. Haben sie irgendetwas gemeinsam? Nein. Es sei denn, beide Paare haben Kinder, die in ein und dieselbe Schule gehen. Dann kann es tatsächlich passieren, dass zwei solche Paare einen Nachmittag miteinander verbringen müssen.
Von diesem zivilisatorischen Ausnahmefall erzählt Yasmina Rezas „Der Gott des Gemetzels“. Und selten zuvor hat jemand ein solches Aufeinandertreffen so sensationell genau beobachtet — und so sensationell komisch. Dass der Lack der Zivilisation manchmal dünn ist, ist bekannt — aber wie Yasmina Reza diesen Lack Schicht für Schicht quasi in unser aller Nachbarschaft abplatzen lässt, ist maximal unterhaltsam.

Weil die Söhne sich geprügelt haben und dabei der eine dem anderen zwei Zähne ausgeschlagen hat, treffen sich nun die Eltern zur gütlichen Einigung im Geiste des gewaltfreien Diskurses. Aber was als Leistungsschau toleranter Großstädter beginnt, entwickelt sich zur Zimmerschlacht, bei der die Eltern ihre Söhne locker in den Schatten stellen. Und bald sitzen zu Kaffee und Gebäck sämtliche Gehässigkeiten und Vorurteile mit auf dem Designersofa, die ansonsten sorgfältig verschlossen sind hinter der Fassade humanistischen Geplauders. Diese Wortgefechte schlagen zwar keine Zähne aus, räumen aber trotzdem effektvoll auf im Leben des Gegenübers. Wobei es nicht nur zwischen den Paaren hoch hergeht, sondern auch zwischen den Partnern. Und über weißen Tulpen und geschmackvollen Bildbänden fallen in großer Gründlichkeit die Prinzipien des abendländischen Verhaltenskodex in Trümmer …

Seit der Uraufführung 2006 zählt Yasmina Rezas Stück zu den größten Bühnenerfolgen unserer Zeit — dank seiner konkurrenzlosen Mischung aus großartigem Witz und messerscharfer Beobachtung. Wichtigen Anteil am deutschen Erfolg hat dabei die Übersetzung von Frank Heibert und Hinrich Schmidt-Henkel. Nachdem Enrico Lübbe sich bereits 2007/08 mit dem Text beschäftigt hat, ist es nun höchste Zeit, sich zusammen mit dem Leipziger Ensemble diesem fabelhaften Stück noch einmal zu widmen. Als Silvesterpremiere 2016, als Feuerwerk brillanter Dialoge.

//Pressestimmen

„Das Premieren-Publikum verabschiedet die Schauspieler nach knapp 80 Minuten begeistert mit rhythmischem Applaus. […] Der Blick auf die grandios gescheiterte Kommunikation lohnt sich gerade zum Ende eines Jahres, das dank schmutziger Wahlkämpfe und Kampagnen zum Beginn des Zeitalters des Postfaktischen ausgerufen wurde. Die Delegitimation von Positionen oder Personen, das Begründen der eigenen Handlung nur als notwendige Reaktion auf Vorheriges oder die Verknüpfung von Themen, die nichts miteinander zu tun haben, das sind oft unbewusste Gesprächsstrategien der beiden Ehepaare. Sie gleichen den bewussten Techniken der gegenwärtigen politischen Auseinandersetzung. Vor diesem Hintergrund gerät Véroniques enttäuschte Erkenntnis zum Kernsatz: Anstand ist ein Unsinn, der einen nur schwächt.“ LVZ

„Bettina Schmidt, Michael Pempelforth, Anne Cathrin Buhtz und Dirk Lange spielen anbetungswürdig. [...] Und die Regie: intelligent, präzise, unaufgeregt, souverän. Fazit: ein Gipfel der Schauspielkunst. Unübertrefflich.“ BILD

„Intendant und Regisseur Enrico Lübbe verschafft dem Schauspiel Leipzig mit dem 'Gott des Gemetzels' von Yasmina Reza ein volles Haus. Zu Recht! [...] Diese kurzweiligen 80 Minuten kommen ohne Mord und Totschlag aus. Aber nicht ohne Verletzungen, bröckelnde Fassaden, den Frustrationen einer saturierten Gesellschaft, die sich ihre emotionalen Auswege sucht. [...] Die auffallend vielen jungen Zuschauer (in der ausverkauften zweiten Vorstellung) werden wohl Szenen aus dem modernen Eheleben (ihrer Eltern) erkannt haben. Und die etwas reiferen Zuschauer (zumindest ein bisschen) sich selbst.“ Freie Presse

„Ganz großes Theater. [...] Dass die zahlreichen verbalen Gags zünden, ist der Verdienst eines hervorragend besetzten Schauspielerquartetts.“ Leipziger Internet Zeitung

„Inszeniert als bitterböse Farce. [...] Die Charaktere sind überspitzt und erfüllen jedes Klischee. Nah am Slapstick überschreiten sie die Grenze vom Guten zum Bösen und lassen so in jene menschlichen Abgründe blicken, die die Gesellschaft sonst mit der klebrigen Masse namens Höflichkeit schön verdeckt hält. Unbedingt sehenswert.“ Sächsische Zeitung

„Das Leipziger Stück ist mehr als eine Boulevard-Komödie, sondern eine tragikomische Farce. [...] Die hat Enrico Lübbe mit seinem Team bestens getroffen und das Leipziger Silvesterpublikum hat der Inszenierung auch sehr sehr viel Beifall gegeben.“ MDR

Spieldauer ca. 1:20, keine Pause