© Katharina Merten

Metropolis

Nach Thea von Harbou und Fritz Lang
Für die Bühne bearbeitet von Claudia Bauer und Jan Friedrich

In der gigantischen Superstadt Metropolis herrscht eine strikt voneinander getrennte Klassengesellschaft: Während die Oberschicht in absolutem Luxus und rauschhaftem Vergnügen lebt, schuftet die Arbeiterklasse an riesigen Maschinen für deren Gewinn. Freder Fredersen, der Sohn des mächtigen Oligarchen Joh Fredersen, verliebt sich in Maria, die junge, strahlende, pazifistische Anführerin der unter dem unmenschlichen Druck leidenden Arbeiter. Freder begehrt gegen seinen Vater auf und schlägt sich auf die Seite der Arbeiter. Sein Vater allerdings schafft zusammen mit dem Wissenschaftler Rotwang einen Androiden nach Marias Vorbild mit dem Plan, die aufrührerische Maria zu kidnappen — und mittels der Maschinen-Maria die bisher friedfertigen Arbeiter aufzuwiegeln. Dann hätte er endlich einen legalen Grund, gegen die Aufständischen vorzugehen.

„Metropolis“ — ein Roman, und vor allem ein Film, der zweifellos Geschichte geschrieben hat. Vieldiskutiert zwischen genialem Science-Fiction-Entwurf, schwülstig-sexueller Erlösungsphilosophie und naiv-massentauglichem Revolutionsszenarium, thematisieren von Harbou und Lang in ihrem Werk vor allem zwei große soziopolitische Probleme, die noch heute unsere Gesellschaft beschäftigen: die Entfremdung des Menschen in bzw. mit seiner immer undurchschaubarer werdenden Arbeitswelt. Und die als immer größer empfundene Kluft zwischen den politischen Entscheidungsträgern und dem Rest der Gesellschaft.

Die Leipziger Erstaufführung von „Metropolis“ inszeniert Hausregisseurin Claudia Bauer, die von 1999 bis 2004 das Theaterhaus Jena leitete und von 2005 bis 2007 als Hausregisseurin am Neuen Theater Halle engagiert war. Mit ihren Inszenierungen machte sie sich an Theatern wie dem Staatstheater Stuttgart, den Münchner Kammerspielen, der Volksbühne Berlin, dem Schauspiel Leipzig und dem Theater Magdeburg deutschlandweit einen Namen, darunter zahlreiche Uraufführungen wie „Seymour oder Ich bin nur aus Versehen hier“ von Anne Lepper am Schauspiel Hannover (Werkauftrag des Stückemarktes — Berliner Theatertreffen 2011), das zu den Autorentheatertagen am Deutschen Theater 2012 eingeladen war. Zuletzt brachte sie Ingmar Bergmans „Szenen einer Ehe“ am Theater Dortmund sowie Robert Musils „Die Verwirrungen des Zöglings Törless“ am Schauspiel Hannover zur Premiere. Mit ihrer Inszenierung der Uraufführung von Wolfram Hölls „Und dann“ am Schauspiel Leipzig war sie in der Spielzeit 2013/14 zu den drei bedeutenden deutschen Festivals für Gegenwartsdramatik eingeladen — dem Heidelberger Stückemarkt, den Mülheimer Theatertagen — Stücke 2014 und zu den Autorentheatertagen Berlin.

//Pressestimmen

„Der Regisseurin ist eine überreizte Dystopie des politischen Theaters gelungen.“ nachtkritik.de

„Claudia Bauer geht es nicht um die platte, große Kapitalismuskritik, sondern auch um unsere eigenen Nasen in diesem Spiel, was den Abend anstrengend schön macht. Klug ist er auf jeden Fall und theatralisch hochprofessionell. […] Perfekt in Szene gesetzt. Formal eine Spitzenleistung. Daumen hoch!“ MDR Figaro

„Regisseurin Claudia Bauer lässt es auf der Bühne krachen. [...] Bauer nutzt ausgiebig Video- und Filmsequenzen und eine Graphic-Novel-Ästhetik, um Metropolis vor den Augen des Publikums entstehen zu lassen.“ dpa

„Claudia Bauers "Metropolis" ist eine manchmal etwas überambitionierte Gesellschaftsapokalypse, in ein spannend-modernes Bühnenbild gesetzt von Andreas Auerbach, überzeugend musikalisch begleitet von Smokey Joe. [...] Der Mut, sich mit dieser Inszenierung in die aktuelle Diskussion um die Zukunft der Menschlichkeit zu mischen, wurde nach der ausverkauften Premiere mit sehr viel Applaus honoriert.“ Freie Presse Online

„Große Bühne für große Bilder dieser exemplarischen Geschichte einer Zweiklassengesellschaft. [...] Die ausgestellten Künstlichkeiten, die Kameras und Maskierungen sind ästhetische Leitmotive.“ Mitteldeutsche Zeitung

„Kopistenarbeit wäre es, spielte man die Szenerie des Films nur nach. Claudia Bauer macht mit ihrer Inszenierung etwas viel Besseres, etwas wahrhaft Aufregendes: Sie spielt gegen die Vorlage an, prüft, was an Bildern und Szenen noch stimmt, auch was hier niemals stimmte und längst du Staub zerfiel.“ Neues Deutschland

„Die Video-Installation kommt kaum zur Ruhe. Sie passt sich wunderbar dem Gegenstand des Stücks an. Sonst wäre die Problematik auf der Bühne wohl kaum darstellbar gewesen. Die Wirkungen, die damit erzielt werden, sind enorm. [...] Unüberhörbar ist der Appell am Ende, der in die Gegenwart zielt und auf die ernste Gefahr in der Welt aufmerksam macht. In solch einem Moment spürt man als Zuschauer, was auch das Theater in der aktuellen Situation bewirken kann.“ Thüringen Kulturspiegel

„Intensiv, witzig, intelligent, großartig.“ Frizz

„Bauer spinnt die expressionistische Bilderwucht der Vorlage weiter.“ Theater heute

Premiere: 5. Februar 2016
Spieldauer ca. 2:00, keine Pause

Theaterpädagogische Betreuung und Begleitmaterial: Swantje Nölke

Wir danken dem Zoo Leipzig für die freundliche Unterstützung der Dreharbeiten zu „Metropolis“.