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Lesen Sie hier Fragmente aus Gesprächen und SMS-Kommunikationen zwischen Regisseur Philipp Preuss und Dramaturg Sven Schlötcke und hier ein Gespräch mit Preuss über seine Arbeit an Büchners Lustspiel.

 

Leonce und Lena

Gastspiel Theater an der Ruhr
Georg Büchner

Georg Büchners Lustspiel gilt als „Perle der deutschen Komödienkunst“. Der mit nur 23 Jahren früh verstorbene ästhetische und politische Vordenker der deutschen Literatur, entwirft ein übermütiges, von feiner Ironie durchzogenes Spiel zwischen commedia dell'arte, Shakespeare und Roadmovie. Leonce und Lena fliehen voreinander, ohne sich je begegnet zu sein. Aber ihre Flucht führt sie zueinander. Die Liebe eint sie in einer Art anarchischem Widerstand gegen eine erstarrte, sinnentleerte Welt, die Menschen zu Puppen, zu Automaten macht: Wir lassen alle Uhren zerschlagen, alle Kalender verbieten und zählen Stunden und Monde nur noch nach der Blumenuhr, nach Blüte und Frucht ... und es wird ein Dekret erlassen, dass, wer sich krank arbeitet, kriminalistisch strafbar ist ...


Eine Inszenierung von Hausregisseur Philipp Preuss.

//Pressestimmen

„Die Mülheimer Aufführung ist ganz auf der Höhe der Zeit. Sie bespielt – hochvirtuos – den Automatenkomplex: die Fernsteuerung des Einzelnen durch Algorithmen, durch die Macht des Netzes in einer globalisierten Welt.“ Theater der Zeit

„Königssohn Leonce (Fabio Menéndez) und sein Vater Peter sind bei Preuss eins,dafür vervierfacht die Regie den Diener seines Herren: Valerio, Dämon und Faultier, Hofnarr und Hellsichtigen, streut Preuss über die schlohweiß hüftlang perückierten Köpfe von Thomas Schweiberer, Peter Kapusta, Klaus Herzog und Rupert Seidl. Ein Coup: Was für ein Komikerquartett! Shakespeares Sommernachts-Handwerkern nah und doch schaurig wie hungrige Lemuren. Mit ihnen, diesen geschlechtslosen Wiedergängern, serviert uns das Theater an der Ruhr ein Buffet subtilster Schauspieler-Delikatesse, die man die ganzen Eindreiviertelstunden nicht satt wird. Großer Beifall.“ Westdeutsche Allgemeine Zeitung

Spieldauer ca. 1:30, keine Pause