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To Like or Not to Like

Ein Big-Data-Spiel von Interrobang

Eine Koproduktion von Interrobang mit Schauspiel Leipzig und SOPHIENSÆLE. Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds.

Von und mit: Till Müller-Klug, Lajos Talamonti, Nina Tecklenburg / Dramaturgie: Kaja Jakstat / Telefoninstallation und Datenbankprogrammierung: Georg Werner / Videodesign, Sounddesign und Programmierung: Florian Fischer / Bühnenbild und Kostüm: Sandra Fox / Musik: Joschka Eikel / Übersetzung (englische Version): Daniel Brunet / Produktionsleitung: Sandra Klöss - ehrliche arbeit / Hospitanz: Anja Schneidereit.

Jede Bewegung im digitalisierten Alltag erzeugt Daten. Aus der Analyse dieser „Datenschatten“ lassen sich immer weitreichendere Rückschlüsse auf das menschliche Verhalten ziehen. Allein über die Auswertung von Facebook-„Likes“ kann mit hoher Zuverlässigkeit auf persönliche Eigenschaften geschlossen werden, wie z.B. Geschlecht, Alter, ethnische Zugehörigkeit, Beziehungsstatus, politische Ausrichtung und vieles mehr. Aus der wachsenden Gesamtmenge aller Daten – der Big Data – können Algorithmen immer genauere Vorhersagen über zukünftiges Verhalten treffen: Big Data weiß mehr über dich als du selbst.

In To Like or Not To Like wird Big Data zu einem unterhaltsamen und selbstkritischem Theaterspiel. Im Laufe der Aufführung entsteht eine Datensammlung, die jeden Abend neu ist: eine Big Data im Miniaturformat. Jede/r ZuschauerIn hat dafür ein eigenes Telefon und kann über die Telefontastatur Bewertungen in einen Sozialcomputer eingeben: Würdest Du von der Person auf der Bühne einen Gebrauchtwagen kaufen? Kannst du dir vorstellen, mit dieser Person ein anregendes philosophisches Gespräch zu führen? Was verrät der Sozialcomputer über unsere unbewussten Bewertungsnormen? Welche Informationen will ich aus der Big Data herausziehen? Welche sollen lieber verborgen bleiben?

Die Berliner Performancegruppe Interrobang nähert sich dem allgegenwärtigen Phänomen Big Data mit spielerischem Humor und inszeniert einen partizipativen Trip in das heute noch weitgehend unbekannte Territorium des digitalen Kontrollverlusts. Neugier, Voyeurismus, Eitelkeit und Narzissmus werden dabei ebenso auf den Prüfstand gestellt wie eine Gesellschaft des 21. Jahrhunderts, die gerade erst anfängt, die Risiken und Möglichkeiten der Digitalisierung wahrzunehmen und damit umzugehen.

Auf Deutsch und Englisch!


Premiere: 11. Juni 2015
Spieldauer ca. 1:15, keine Pause