© Rolf Arnold

 

 

Welcome to Germany


Ausfall der Ko-Produktion „Welcome to Germany“

Die angekündigte Premiere „Welcome to Germany“ am 29.4.2015 sowie die Vorstellungen am 30.4. und 2.5. müssen leider entfallen. Aufgrund künstlerischer Differenzen wird die geplante Ko-Produktion zwischen der Gruppe MONSTER TRUCK und dem Schauspiel Leipzig abgesagt. Bereits gekaufte Karten werden an der Theaterkasse erstattet.


Artists in Residence von und mit Monster Truck

Ein Heimatabend

Eine Produktion von Monster Truck. Koproduziert mit SOPHIENSÆLE. Gefördert aus Mitteln des Regierenden Bürgermeisters von Berlin – Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten. Mit freundlicher Unterstützung des Goethe Instituts.

Von und mit Monster Truck / Dramaturgie: Marcel Bugiel, Justus Wenke / Musikalische Leitung: Carolina Holzapfel / Sounddesign: Frank Bossert / Produktionsleitung: ehrliche arbeit-freies Kulturbüro

Nach einer Reihe von Auseinandersetzungen mit Inszenierungsformen des so genannten Anderen wenden sich Monster Truck in ihrer neuen Arbeit dem Schreckbild des so genannten Eigenen zu. Mit Seppelhose und Geißpeterhut lassen sie Deutschland als Horrorkabinett wiederauferstehen und führen die Zuschauer auf den schmalen Grat zwischen landestypischer Gastfreundschaft und unverhohlener Fremdenverachtung respektive -misshandlung.
In der am Fuße der chilenischen Anden gelegenen "Villa Baviera", einer deutschen Enklave, haben sie für dieses Horrorkabinett das perfekte Modell gefunden: ein bajuwarisch herausgeputztes Ferienressort, das sich bis vor kurzem noch "Colonia Dignidad" nannte. Ein Musterbild an Tüchtigkeit, Ordnung und Musikalität. Ein Ort, an dem Auswärtige seit jeher Vollkornbrot und Wurst kaufen konnten und wo für ausgewählte Gäste in Dirndl und Lederhosen Volkslieder gesungen wurden. Ein Ersatz-Deutschland, das hinter seinen idyllisch-folkloristischen Fassaden auf brutale Weise wirklicher war als die Wirklichkeit: geheimes Folterzentrum des Pinochet-Regimes, Schauplatz systematisierten Kindesmissbrauchs. Unantastbar dank Beziehungen in höchste Regierungskreise hinein – ein Mikrokosmos, der von Angst und Misstrauen lebte, von Schuldgefühlen, gegenseitigen Bespitzelungen, ständigen Demütigungen durch drastische Strafmaßnahmen neben täglich praktizierter Volksmusik.
Ausgehend von Berichten von Menschen, die dort Erfahrungen mit "den Deutschen" gesammelt haben, konfrontieren Monster Truck sich und uns in einem Spagatschritt zwischen Dokumentartheater und surrealistischer Installation mit unserer nationalen Willkommenskultur und vermitteln ein Gefühl für das, was gemeint ist, wenn es heißt: "Die Deutschen sind zwar verrückt, aber fleißig. Die Wurst ist sehr gut, die Kartoffeln auch."

monstertrucker.de