Im Gespräch mit

Andreas Keller
Seit 17 Jahren ist der gebürtige Leipziger Andreas Keller Ensemblemitglied am Schauspiel Leipzig. Dort arbeitete er unter anderem mit Sascha Hawemann, Clemens Meyer, Sebastian Hartmann, Martin Laberenz und Rainald Grebe zusammen. Am 16. März wird ihm im Anschluss an die Dernière von „Sechs Personen suchen einen Autor“ der diesjährige Theaterpreis des Freundeskreis Schauspiel Leipzig verliehen. Mit uns sprach er über die vielfältigen Stationen seiner Karriere abseits der Schauspielerei, die Zusammenarbeit mit RegisseurInnen und das Surfen an der Schladitzer Bucht.
Schauspiel Leipzig: „So wie Sie sind, können Sie hier nichts werden“, sagst du in deiner Rolle als Direktor in „Sechs Personen suchen einen Autor“. Was hättest du werden können oder wollen, wenn du nicht Schauspieler geworden wärst?
Andreas Keller: Da gab es vieles. Ich habe Elektromechaniker und Flugzeugmechaniker gelernt, war in Berlin Taxifahrer und ich habe ein Zertifikat als Unternehmensberater. Aber ich bin froh, dass ich Schauspieler geworden bin.
SL: Wo möchtest du leben?
AK: Hier und jetzt, mit meinem Umfeld, mit meinen Kindern, meinen Freunden. Ich habe nur ein Problem mit dem System. Die soziale Marktwirtschaft liegt meiner Meinung nach leider am Boden, und wenn irgendwie das große Geld gemacht werden kann, wird es gemacht, ohne Rücksicht auf Verluste.
SL: Was wolltest du in Leipzig immer schon machen, was du aber bislang noch nicht geschafft hast?
AK: Ich bin an der Schladitzer Bucht Windsurfer und ich wollte schon immer mal Kitesurfen ausprobieren. Aber weil Kiten nicht ganz ungefährlich ist und ich ja auch schon ein älteres Semester bin, habe ich es bisher noch nicht gemacht.
SL: Welche Eigenschaft an RegisseurInnen schätzt du als Schauspieler am meisten?
AK: Die Fähigkeit mit einem auf Augenhöhe zu arbeiten.
SL: Gibt es eine Gabe der Natur, die du haben möchtest?
AK: Ich würde gerne ein Musikinstrument so beherrschen, dass ich es im Schlaf spielen könnte. Hin und wieder spiele ich zwar Saxophon, aber immer wenn ich es wieder anfasse, denke ich mir: „Was bin ich für ein Dilettant …“
SL: Hast du eine Lieblingsgestalt in der Literatur?
AK: Nein, habe ich nicht. Obwohl die, an denen man gerade arbeitet, oft zu Lieblingsgestalten werden.
SL: Als welches Tier wärst du glücklich?
AK: Als Vogel, z. B. als Mauersegler. Als, einer, der lange in der Luft sein kann, ohne dass er flattern muss.