Dušan David Pařízek

Regisseur
Dušan David Pařízek studierte Komparatistik und Theaterwissenschaft an der Universität München sowie Schauspiel und Regie an der Akademie für Darstellende Künste in Prag. Das von ihm 1998 gegründete und bis 2012 geleitete Prager Kammertheater wurde zur angesehensten Bühne des Landes, von der Kritik mehrfach zum tschechischen Theater des Jahres gewählt und zu internationalen Gastspielen in mehr als 30 Städte eingeladen. Pařízek wurde für seine Arbeit vielfach ausgezeichnet und sorgte mit Uraufführungen und tschechischen Erstaufführungen von Rainer Werner Fassbinder, Heiner Müller, Werner Schwab, Elfriede Jelinek, Peter Handke und Thomas Bernhard auch über die Landesgrenzen hinaus für Aufsehen. Die Arbeit seines Prager Ensembles gipfelte in den Jahren 2008 bis 2011 im „Projekt Mitteleuropa“: einer tschechischen, deutschen sowie österreichischen Spielzeit, in denen sich das Prager Kammertheater aus drei national geprägten, soziokulturellen Perspektiven mit der Geschichte, gesellschaftlichen und politischen Entwicklung des 20. Jahrhunderts auseinandersetzte.

Seit 2002 führt Pařízek regelmäßig im deutschsprachigen Raum Regie: am Schauspiel Köln, am Deutschen Theater Berlin, bei den Salzburger Festspielen, am Deutschen Schauspielhaus Hamburg, am Schauspielhaus Zürich, am Düsseldorfer Schauspielhaus, am Schauspiel Hannover und am Schauspielhaus Bochum. In der Regel zeichnet er auch für seine Bühnenbilder verantwortlich. Sein „Faust 1–3“ am Zürcher Schauspielhaus (Goethes Tragödien zusammen mit dem Sekundärdrama „FaustIn and out“ von Elfriede Jelinek) wurde 2012 zu den Berliner Autorentheatertagen und 2013 zu den Mülheimer Theatertagen eingeladen. Seine Uraufführungsinszenierung von Wolfram Lotz’ „Die lächerliche Finsternis“ am Burgtheater Wien wurde 2015 mehrfach ausgezeichnet: Einladung zum Berliner Theatertreffen, Nestroy Theaterpreis als beste deutschsprachige Aufführung, Inszenierung des Jahres und Bühnenbild des Jahres in der Kritikerumfrage von „Theater heute“. 2018 wurde Pařízek mit dem Nestroy für die beste Regie ausgezeichnet („Vor Sonnenaufgang“ von Ewald Palmetshofer nach Gerhart Hauptmann, Burgtheater Wien). „Die Hermannsschlacht“ in der Spielzeit 2019/2020 ist seine erste Arbeit am Schauspiel Leipzig.

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