Schauspiel Leipzig

Hausprofil

Das Schauspiel Leipzig versteht sich als Stadttheater für die Stadt Leipzig. Ästhetische Vielfalt als Antwort auf die Vielfalt, die die Stadt Leipzig bestimmt, prägnante Regiehandschriften, lebendige Debatten und zahlreiche Begleitangebote prägen den Stil des Hauses. Seit 2013 setzen Intendant Enrico Lübbe und sein Team damit ihr Konzept eines progressiven Stadttheaters um, entsprechend der Unterschiedlichkeit und Interessenbreite, wie sie in Leipzig tagtäglich zu erleben ist.

Das Schauspiel Leipzig verfügt über drei Spielstätten. Kennzeichnend für die programmatische Arbeit im Schauspielhaus sind die szenischen Doppelbefragungen, in denen sich Antike und Gegenwart spiegeln und begegnen, wie „Die Schutzflehenden / Die Schutzbefohlenen“ nach Aischylos und Jelinek sowie „Die Maßnahme / Die Perser“ nach Brecht/Eisler und Aischylos. Die Auseinandersetzung mit Horváth, Schiller oder Ibsen als den epochalen Klassikern ist ebenso Teil des Spielplans wie etwa mit „89/90“ die Auseinandersetzung um Fragestellungen der jüngsten Vergangenheit. Claudia Bauer und Philipp Preuss, die beiden Hausregisseure des Schauspiel Leipzig, prägen mit ihren künstlerischen Handschriften die Ästhetik des Hauses.

Die im Herbst 2017 in neu erbaute Räumlichkeiten umziehende Diskothek ist ausschließlich der Gegenwartsdramatik gewidmet: Werke junger AutorInnen kommen hier zu Uraufführung und werden nachhaltig gefördert, erinnerungswürdige Stücke um neue Perspektiven ergänzt. Die Residenz mit Sitz in der alten Baumwollspinnerei in Plagwitz ist als Laboratorium der Begegnung von freien Gruppen und Stadttheater angelegt und dient als Produktionsstätte für performativ arbeitende Kollektive oder KünstlerInnen.

Kooperationen mit zahlreichen Leipziger Institutionen, vom Gewandhaus zu Leipzig über das Leipziger Ballett/Oper Leipzig, die Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“, das Museum der bildenden Künste, den Leipziger Zoo oder das Institut für Theaterwissenschaft der Universität Leipzig, sind ein Grundgedanke der Arbeit des Schauspiel Leipzig.

Partizipative und theaterpädagogische Formate sowie inklusive Begleitangebote öffnen das Theater für ein diverses Publikum. Führend ist das Schauspiel Leipzig auf dem Gebiet der Audiodeskription: Regelmäßig werden Repertoirevorstellungen mit Live-Audiodeskription speziell für blinde und sehbehinderte Menschen angeboten.

Seit Beginn der Intendanz von Enrico Lübbe erhielt das Schauspiel Leipzig zahlreiche Auszeichnungen und Einladungen zu bedeutenden Festivals im In- und Ausland. 2017 wurde die Inszenierung „89/90“ von Claudia Bauer zum 54. Berliner Theatertreffen eingeladen. Wolfram Höll erhielt zweimal den Mülheimer Dramatikerpreis für Uraufführungen seiner Stücke am Schauspiel Leipzig (2014 für „Und dann“, 2016 für „Drei sind wir“). In den Jahren 2015, 2016 und 2017 waren Inszenierungen des Schauspiel Leipzig bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen vertreten. Weitere Einladungen erhielten Produktionen des Hauses zum Heidelberger Stückemarkt, zu den Autorentheatertagen am Deutschen Theater Berlin, zum Festival „radikal jung“ sowie zur Biennale in Venedig 2017. Der Theaterjugendclub „Sorry, eh!“ erhielt Einladungen u. a. zum Berliner und Schweizer Theatertreffen der Jugend.

Von der Fachzeitschrift Theater der Zeit wurde Enrico Lübbe 2017 für seine herausragende künstlerische Ensemblearbeit mit dem erstmals vergebenen Martin-Linzer-Theaterpreis geehrt. Für das Schauspiel Leipzig eine weitere Bestätigung für den „Leipziger Weg“ als Miteinander von Antike und Uraufführungen, Vergangenheit und Gegenwart, Reflexion und Diskussion.