Nacht ohne Sterne (DSE)

Wir leben in einer Welt, in der der Verlust des Kindergartenplatzes eine existenzielle Bedrohung darstellt. Mit dieser schlaglichtartigen Erkenntnis beginnt Bernhard Studlar seine Reise durch die Nacht in einer nicht näher benannten Großstadt, in der eine Reihe schillernder Figuren aufeinanderstoßen — da ist der Familienvater, der zum Messermörder wird, der Kredithai, der hinter seiner professionellen Brutalität ein liebendes Vaterherz verbirgt, eine Notärztin am Rande des Nervenzusammenbruchs, ein demaskierter Engel und der Tod höchstselbst in der Maske eines Haustechnikers. Sie alle kämpfen um ein kleines bisschen festen Boden unter den Füßen angesichts einer immer brüchiger werdenden Zivilisationsoberfläche — ein Tanz auf dem Vulkan, der mal an Schnitzlers „Reigen“, mal an einen makabren Totentanz gemahnt. Manche der Figuren werden den Morgen nicht mehr erleben, und keiner wird nach dieser Nacht mehr der sein, der er war.
Bernhard Studlars Figuren sind subtil unserer brüchigen Gegenwart abgelauscht — und sind bei aller Wirklichkeitshaftung immer durchzogen von einem Hauch von Phantastik, die sie in ein verzauberndes Spiegelbild blicken lässt, das vielleicht so etwas wie eine sich doch erfüllende Sehnsucht verheißt.

„Nacht ohne Sterne“ erlebte seine Uraufführung 2017 als Auftragswerk am Nationaltheater Bratislava; das Schauspiel Leipzig realisiert nun die Deutschsprachige Erstaufführung. Von Bernhard Studlar war 2015 bereits die Uraufführung von „Die Ermüdeten oder Das Etwas, das wir sind“ am Schauspiel Leipzig zu erleben; die Produktion ist nach wie vor im Repertoire der Diskothek.
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Deutschsprachige Erstaufführung am 20. April 2019

Nächste Termine

https://www.schauspiel-leipzig.de Schauspiel Leipzig Bosestraße 1, 04109 Leipzig
Sa, 20.04. 20:00
Premiere, Deutschsprachige Erstaufführung
Diskothek

Team

Dramaturgie: Georg Mellert