Leipziger Tanztheater

„Labyrinth“
 
ESSENZ, GEWANDEL und LABYRINTH – drei Tanztheaterstücke mit den Juniorcompanys der Jüngeren und Älteren zu Fragen der Zeit und Erinnerung, zu Macht, Neid, Intoleranz und über die Qual der Wahl.
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ESSENZ

ESSENZ (Premiere)
Ein Tanztheaterstück von Bettina Werner
mit der Juniorcompany der Älteren (14–18 Jahre)

Zeit ist relativ.
Raum und Zeit sind wie ein Brotlaib, egal wo man sie anschneidet, sie sind Vergangenheit, Gegenwart und Zukünftiges zugleich.
Wenn auch alles in die Vergänglichkeit gerissen wird, so bleibt die Erfahrung eines Ichs, das sich durchhält in der Zeit. Ein solches Ich, das sich in den ekstatischen Augenblicken selbst erfährt, steckt in jedem von uns.
Wenn Töne, Geräusche, Bilder, Düfte erscheinen, wirken sie wie eine ESSENZ, die uns hinübergleiten lässt in etwas Überzeitliches.
Es ist der dichte Augenblick, der uns zur Erinnerung führt und seine Diversität prägt unsere Individualität.
So blickt die Zukunft der Vergangenheit ins Gesicht, die vor ihr liegt. (Bettina Werner)

29 Tänzerinnen und Tänzer zwischen 14 und 18 Jahren setzen sich mit Fragen der Zeit, ihrer Relativität und mit einem Ich auseinander, das sich selbst erfährt … „Essenz“ reflektiert tänzerisch und performativ Erinnerungen und Erfahrungen, die unsere Individualität prägen und Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in einem dichten Augenblick verschmelzen lassen.
 
Das Tanztheaterstück „Essenz“ verwendet ein Gedicht von Veronika Artibilova.

GEWANDEL

GEWANDEL
Ein Tanztheaterstück von Brit Böttge
mit der Juniorcompany der Jüngeren des Leipziger Tanztheaters (6–13 Jahre)

In der Natur hat alles seinen Platz, seinen Ablauf und seine Bestimmung. Ein Kreislauf von Werden und Vergehen, ein Wandel unter dem Einfluss von Klima, Jahreszeiten, Territorien, Naturgesetzen. Mit uns Menschen kommen neue Faktoren hinzu. Wir haben den Willen uns zu entwickeln, unsere Bedürfnisse zu befriedigen und unsere Umwelt zu beeinflussen. Der Mensch glaubt, dafür über die Natur herrschen zu können und er meint, über andere Menschen bestimmen zu können.

Wer hat das Sagen? Wer darf anführen, wer bestimmen? Diese Frage bricht manch eine Auseinandersetzung vom Zaun, die schon in den Kinderzimmern beginnt und sich durch unser ganzes Leben zieht. Das Stück „Gewandel“ macht genau das zum Thema. Unter welchen Voraussetzungen oder mit welchen Eigenschaften ausgestattet, kann oder darf ein Mensch über andere bestimmen oder sogar herrschen? Darf er es überhaupt? Sehr frei angelehnt an das Kinderbuch von Leo Timmer „Ich bin der König“ gehen wir dieser Frage nach. Es geht um Machtstreben, Arroganz, Eifersucht, Neid, Intoleranz, wie Kinder und auch Erwachsene ihnen im Alltag begegnen. Das Stück ist ein Plädoyer für ein gleichberechtigtes, demokratisches Miteinander.

LABYRINTH

LABYRINTH
Ein Tanztheaterstück von Maria Seidel
mit der Juniorcompany der Jüngeren des Leipziger Tanztheaters (6–13 Jahre)

Täglich sind wir verpflichtet, viele Entscheidungen zu treffen – bewusst oder unbewusst. Es müssen blitzschnelle, aber auch gut durchdachte Entscheidungen getroffen werden, ob wir wollen oder nicht. Schon im Kindesalter werden wir damit konfrontiert. Ständig haben wir die Qual der Wahl: Was spiele ich heute? Welches Buch lese ich? Nehme ich am Schwimmkurs teil oder lerne ich lieber ein Instrument? Mit wem verabrede ich mich? Was ziehe ich morgen an?

Im Tanzstück von Tanzpädagogin und Choreographin Maria Seidel bewegen sich die Tänzerinnen und Tänzer der LTT-Juniorcompany der Jüngeren (6–13 Jahre) in einem großen „Labyrinth“ der Entscheidungen. Sie müssen wählen, welchen Weg sie gehen und wie sie diesen bestreiten. Einige meistern das mühelos. Andere verirren sich durch Hektik und Alltagsstress oder zögern die Entscheidung hinaus. In manchen Situationen wird über die Gruppe bestimmt oder ihr blindlings gefolgt. Doch welche Auswirkungen hat dieses Verhalten auf die eigene Entscheidung und das Miteinander? Im „Labyrinth“ stoßen die jungen Tänzerinnen und Tänzer genau auf diese Fragen und versuchen, damit umzugehen.

Team

ESSENZ

Idee, Konzept, Regie, Bühnenbild, Choreographie: Bettina Werner
Musik: Ólafur Arnalds, Nils Frahm, Peter Gregson, Elly Ameling, Pumeza Matshikiza, Rammstein, Ondrej Soukup, Gundolf Nandico, Zarah Leander, György Ligeti
Kostüme: Marianne Heide

Weitere Informationen: