Meister und Margarita

nach dem Roman von Michail Bulgakow
aus dem Russischen von Alexander Nitzberg
für die Bühne bearbeitet von Claudia Bauer und Ensemble
Der Teufel ist in der Stadt. Brandstiftung, heilloses Chaos im Varietétheater, Falschmünzerei — es trifft die braven Bürger, und die Behörden scheitern kläglich mit ihren rationalen Erklärungsversuchen für Spuk und Zerstörung. Gemeinsam mit dem Riesenkater Behemoth und weiteren teuflischen Gesellen hat Woland in Wohnung Nummer 50 Quartier bezogen und stellt Moskau auf den Kopf.
Unterdessen ist die sehnsuchtskranke Margarita bereit, sich der schwarzen Magie zu verschreiben, um ihren verschwundenen Geliebten, den Meister, wiederzufinden: einen gebrochenen Mann, der sich vor der vernichtenden Kritik an seinem Roman über Pontius Pilatus in eine Irrenanstalt geflüchtet hat. Und während der Teufel mit magischem Terror die geordnete Welt in die Irrealität überführt, wird der Roman des Meisters Teil der Handlung und übernimmt die Rolle der verbürgten Realität. Das Verhältnis kehrt sich um, die Welt erscheint als Fiktion.

Ohne Aussicht auf Veröffentlichung hatte Michail Bulgakow mehr als zehn Jahre bis kurz vor seinem Tod 1940 an diesem Roman geschrieben. Auch seine zahlreichen Dramen durften nicht aufgeführt werden. „Meister und Margarita“ wurde erst Jahrzehnte nach seinem Tod zensiert veröffentlicht und gilt heute als Schlüsseltext der Moderne.

Nach dem nordischen Faust „Peer Gynt“ und Goethes „Faust I + II“ zeigt das Schauspiel Leipzig die russische Faust-Parabel in der Inszenierung von Hausregisseurin Claudia Bauer und mit Live-Musik von Prada Meinhoff auf der Großen Bühne.
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Pressestimmen

Deutschlandfunk Kultur
„Claudia Bauer macht im Umgang mit dem Stoff alles richtig – setzt auf Spektakel und Effekt und bricht dann beides am tiefen Ernst des Stoffes, verdichtet die Fabeln auf etwas mehr als zwei Stunden (Frank Castorf hatte noch episch breit erzählt über dreimal so viel Zeit!), treibt alles mit geschickten Zeit-Sprüngen voran und lässt darüber hinaus dem mitreißenden Leipziger Ensemble in rasant wechselnden Rollen viel Raum für eigene Zutaten.“
Leipziger Internet Zeitung
„So ist das Stück auch für diejenigen ein Erlebnis, die nicht mit dem Bulgakow-Stoff vertraut sind.“
Leipziger Volkszeitung
„Die Regisseurin bringt Handlung und zeitgemäßen Diskurs zusammen und spielt den Stoff in seiner Frivolität und satirischen Schärfe aus.“
Leipzigs Neue
„Die schauspielerischen Leistungen des Ensembles überzeugen durchweg […] Dirk Lange begeistert als teuflischer Woland: böse im Frack, ein heiterer Mephistopheles, der die irdische Lasterwelt nicht ernst nehmen kann. Julia Preuß als Margarita: opferbringend duldsam und ehrgeizig egoistisch in einer Seele. Anna Keil erfreut als bissiger Korowjew […] Wenzel Banneyer spielt akzentuiert und zugleich kraftvoll den moralisch und philosophisch aufgeheizten römischen Statthalter Pontius Pilatus.“
MDR Kultur
„Claudia Bauer ist bekannt als eine bildgewaltige Regisseurin, die sich ihre jeweiligen Stoffe auf eine sehr spezielle Weise aneignet und dabei gern auf Maskerade setzt, Mummenschanz und grelle Bilder – ohne allerdings dabei den Urstoff aus dem Auge zu verlieren.“
Mitteldeutsche Zeitung
„[…] eine gewaltige Dosis Theater-Magie. Ein meditativer Bilderrausch. Ein Kuriositätenkabinett, das im Sinne Bulgakows Glauben zu stiften vermag. Es ist der Glaube an die Kunst, ans Theater.“
nachtkritik
„Von wunderbaren Lichtwechseln begleitet, die ins Psychedelische spielen, baut Bauer zahlreiche beeindruckende Tableaus auf. Da zucken libidinöse Leiber, flackern dosiert eingesetzte Projektionen auf, wird Margaritas Hexenflug zum Figurentheater.“
Sächsische Zeitung
„In der großen Ensembleleistung zeigt sich niemand schwach. Der Teufel Woland ist Dirk Lange auf den Leib geschneidert. Einmal mehr ist er in seinem Element zwischen Dandy, Beau und Fiesling permanent gekonnt zu changieren. Eine Dominatrix ohne Klischee meistert Anna Keil, die Woland als Gehilfin zur Hand ist. Ihre herrischen Zügen durchbrechen ironische Gesten, die Dominanz in der Körpersprache lässt auch lässige Bewegungen zu, in denen die Spannung nicht abfällt. Stark zeigt sich Tilo Krügel besonders im anfänglichen Monolog, der die Spur zum zweiten Moment legt, der in Bauers Inszenierungsinteresse steht: das Theater.“
Premiere am 07. März 2020

Nächste Termine

https://www.schauspiel-leipzig.de Schauspiel Leipzig Bosestraße 1, 04109 Leipzig
Die Vorstellung muss leider entfallen.
Sa, 18.04. 19:30 — 21:45
Große Bühne
19:00
Einführung im Rangfoyer
https://www.schauspiel-leipzig.de Schauspiel Leipzig Bosestraße 1, 04109 Leipzig
Sa, 02.05. 19:30 — 21:45
Große Bühne
https://www.schauspiel-leipzig.de Schauspiel Leipzig Bosestraße 1, 04109 Leipzig
Do, 28.05. 19:30 — 21:45
Große Bühne
https://www.schauspiel-leipzig.de Schauspiel Leipzig Bosestraße 1, 04109 Leipzig
Fr, 12.06. 19:30 — 21:45
Große Bühne
https://www.schauspiel-leipzig.de Schauspiel Leipzig Bosestraße 1, 04109 Leipzig
Do, 02.07. 19:30 — 21:45
Große Bühne

Spieldauer

ca. 2:15, keine Pause

Besetzung

Julia Preuß als Margarita
Thomas Braungardt als Meister
Julius Forster als Besdomny / Jeschua
Wenzel Banneyer als Pilatus / Bossoi
Tilo Krügel als Berlioz / Kaiphas / Lichodejew / Bengalski / Sokow
Dirk Lange als Woland / Strawinski / Afranius
Anna Keil als Korowjew
Roman Kanonik als Behemoth
Paul Pötsch als Azazello

Team

Kostüme: Vanessa Rust
Live-Musik: Christin Nichols (Prada Meinhoff), Paul Pötsch (Trümmer)
Dramaturgie: Matthias Döpke
Licht: Veit-Rüdiger Griess