Leipziger Tanztheater

 
GEWANDEL (Premiere)
Ein Tanzstück von Brit Böttge mit der Juniorcompany der Jüngeren des Leipziger Tanztheaters (6-13 Jahre)

In der Natur hat alles seinen Platz, seinen Ablauf und seine Bestimmung. Ein Kreislauf von Werden und Vergehen, ein Wandel unter dem Einfluss von Klima, Jahreszeiten, Territorien, Naturgesetzen. Mit uns Menschen kommen neue Faktoren hinzu. Wir haben den Willen uns zu entwickeln, unsere Bedürfnisse zu befriedigen und unsere Umwelt zu beeinflussen. Der Mensch glaubt, dafür über die Natur herrschen zu können und er meint, über andere Menschen bestimmen zu können.

Wer hat das Sagen? Wer darf anführen, wer bestimmen? Diese Frage bricht manch eine Auseinandersetzung vom Zaun, die schon in den Kinderzimmern beginnt und sich durch unser ganzes Leben zieht. Das Stück "Gewandel" macht genau das zum Thema. Unter welchen Voraussetzung oder mit welchen Eigenschaften ausgestattet, kann oder darf ein Mensch über andere bestimmen oder sogar herrschen? Darf er es überhaupt? Sehr frei angelehnt an das Kinderbuch von Leo Timmer "Ich bin der König" gehen wir dieser Frage nach. Es geht um Machtstreben, Arroganz, Eifersucht, Neid, Intoleranz, wie Kinder und auch Erwachsene ihnen im Alltag begegnen. Das Stück ist ein Plädoyer für ein gleichberechtigtes, demokratisches Miteinander.

LABYRINTH (Premiere)
Ein Tanzstück von Maria Seidel mit der Juniorcompany der Jüngeren des Leipziger Tanztheaters (6-13 Jahre)

Täglich sind wir verpflichtet, viele Entscheidungen zu treffen – bewusst oder unbewusst. Es müssen blitzschnelle, aber auch gut durchdachte Entscheidungen getroffen werden, ob wir wollen oder nicht. Schon im Kindesalter werden wir damit konfrontiert. Ständig haben wir die Qual der Wahl: Was spiele ich heute? Welches Buch lese ich? Nehme ich am Schwimmkurs teil oder lerne ich lieber ein Instrument? Mit wem verabrede ich mich? Was ziehe ich morgen an?

Im Tanzstück von Tanzpädagogin und Choreografin Maria Seidel bewegen sich die Tänzerinnen und Tänzer der LTT-Juniorcompany der Jüngeren (6-13 Jahre) in einem großen "Labyrinth" der Entscheidungen. Sie müssen wählen, welchen Weg sie gehen und wie sie diesen bestreiten. Einige meistern das mühelos. Andere verirren sich durch Hektik und Alltagsstress oder zögern die Entscheidung hinaus. In manchen Situationen wird über die Gruppe bestimmt oder ihr blindlings gefolgt. Doch welche Auswirkungen hat dieses Verhalten auf die eigene Entscheidung und das Miteinander? Im "Labyrinth" stoßen die jungen Tänzerinnen und Tänzer genau auf diese Fragen und versuchen, damit umzugehen.

DIE UMARMUNG
Tanzstück von Bettina Werner mit der Juniorcompany der Älteren des Leipziger Tanztheaters (14-18 Jahre)

„Ich hab dich lieb, keiner auf der ganzen Welt ist so wie du. Du bist einzigartig.“
„Aber dann bin ich ganz allein!"
„Jeder ist ein bisschen allein und ein bisschen mit den anderen, aber wenn ich dich jetzt umarme, bist du nicht mehr allein, und ich auch nicht.“ David Grossman/Die Umarmung

32 Tänzerinnen und Tänzer zwischen 14 und 18 Jahren nehmen uns mit auf eine Reise in die Dialektik von Einzigartigkeit und Zugehörigkeit. Es ist ein Reisen zur Sehnsucht nach Vertrautheit und Freundschaft und der Unendlichkeit des Lebens an sich. Sie stellen in ihrem Tanztheaterstück die Frage nach der Notwendigkeit, Kooperationen einzugehen und dem Unbehagen existentieller Unbehaustheit. Die Umarmung, eine Ermutigung, keine Fessel.

„Sieh, wir gleiten so, nicht wissend wann, zurück aus unserem Fortschritt in irgendwas, was wir nicht meinen." Rilke/Requiem
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