Meister und Margarita

nach dem Roman von Michail Bulgakow
Der Teufel ist in der Stadt: In einer verhexten Wohnung in der Sadowaja hat er Quartier bezogen und stellt gemeinsam mit dem Riesenkater Behemoth und anderen teuflischen Gesellen Moskau auf den Kopf. Enthauptungen, Brandstiftung, schwarze Magie, Entführungen, heilloses Chaos im Varietétheater, Falschmünzerei — die Liste ihrer listigen Taten ist lang und es trifft die Bürokraten, die Mitläufer des Regimes, die braven Bürger. Die Behörden scheitern kläglich mit ihren rationalen Erklärungsversuchen für Spuk und Zerstörung.

Bulgakows auch heute noch hochpolitische Gesellschaftssatire spielt in der stalinistischen Sowjetunion, einem dogmatisch atheistischen Überwachungsstaat mit einem riesigen willkürlichen bürokratischen Apparat, gezeichnet von Versorgungsengpässen. Neben dem phantastischen Personal um den Ausländer Voland, „Professor für Schwarze Magie“, tritt der Meister auf, ein gebrochener Mann, der sich vor der vernichtenden Kritik seines Romans über Pontius Pilatus in eine Irrenanstalt geflüchtet hat. Und während der Teufel mit magischem Terror die stalinistische Welt in die Irrealität überführt, wird der Roman des Meisters Teil der Handlung und übernimmt die Rolle der verbürgten Realität. Das Verhältnis von Werk und Welt kehrt sich um. Das Werk erscheint als Realität, die Welt als Fiktion.
Während der nervenschwache Meister in der Anstalt in Selbstmitleid versinkt, ist seine sehnsuchtskranke Geliebte Margarita bereit, sich dem Teufel und der Magie zu verschreiben, um den verschwundenen Meister und seine poetische Wahrheit wiederzufinden. Am Ende fallen die Ebene des Romans und die Ebene des Pilatus-Romans im Roman zusammen. Jesus befiehlt dem Teufel, Meister und Margarita Frieden zu geben. Sie bekommen ein kleines Haus, in dem sie ihre Liebe leben dürfen.

„Meister und Margarita“ ist das bekannteste Werk des russischen Autors Michail Bulgakow und zählt zu den Meisterwerken der Literatur des 20. Jahrhunderts. Bulgakow hatte zeitlebens unter der stalinistischen Zensur zu leiden. Seine zahlreichen Dramen durften nicht aufgeführt werden, sein bedeutendstes Prosawerk wurde erst 1966, 26 Jahre nach seinem Tod, zensiert veröffentlicht.

Nach dem nordischen Faust „Peer Gynt“ und dem deutschen „Original-Faust“ kommt nun am Schauspiel Leipzig die russische Faust-Parodie auf die Bühne, in einer Inszenierung von Hausregisseurin Claudia Bauer. Neben Ur- und Erstaufführungen in der Diskothek wie „Und dann“ und „geister sind auch nur menschen“ hat sie auf der Großen Bühne unter anderem „König Ubu / Ubus Prozess“ inszeniert. Ihre Leipziger Inszenierung „89/90“ war 2017 zum Berliner Theatertreffen eingeladen.

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Premiere am 07. März 2020

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Team

Kostüme: Vanessa Rust
Dramaturgie: Matthias Döpke