Das Schloss

nach Texten von Franz Kafka
Bei K.s nächtlicher Ankunft ist das Schloss vor lauter Nebel gar nicht sichtbar. Dafür die dunklen Augen, die K. beobachten, mustern, abweisen. Du bist nicht von hier, gehörst nicht dazu und wirst nie dazugehören, scheinen die Blicke zu sagen. Er sei vom Schlossherrn als Landvermesser bestellt, so K. Doch darüber will niemand Bescheid wissen.
K.s Versuche, Eintritt in das Schloss zu erhalten, um mit dem Auftraggeber sprechen zu können, scheitern: Selbst die Türen, die sich ihm durch seine Geliebte Frieda, seine vermeintlichen Gehilfen Artur und Jeremias sowie den Schlossboten Barnabas zu öffnen scheinen, entpuppen sich als Trugschlüsse. K. sieht sich einem undurchschaubaren Labyrinth aus Zuständigkeiten und Machtverhältnissen ausgesetzt; einer Welt, deren Gesetze er nicht zu entschlüsseln vermag. Und so bleibt K. all seiner Anstrengung zum Trotz ein Außenseiter: Sowohl das Schloss als auch die Dorfgemeinschaft verwehren sich ihm bis zuletzt — aber aufgeben, sich dem rätselhaften Bann des Schlosses entziehen und das Dorf zurücklassen, daran kann und will er trotzdem nicht denken.

Kafkas letzter, unvollendeter Roman wird für Philipp Preuss, Hausregisseur am Schauspiel Leipzig, zum Einstieg in die Welt Kafkas. Über die Erzählungen „Der Bau“ und „Das Urteil“ sowie weitere seiner Texte dringt die Inszenierung immer tiefer ein in ein bizarres Spiegellabyrinth, in dem der Einzelne sich immer wieder von Neuem an übermächtigen Instanzen abarbeitet.
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Team

Kostüme: Eva Karobath
Video / Live-Video: Konny Keller
Dramaturgie: Georg Mellert
Licht: Carsten Rüger
Musik / Live-Musik: Kornelius Heidebrecht
Theaterpädagogische Betreuung: Babette Büchele