Eigentum. Ein Oratorium.

She She Pop (Berlin)
DASS DA GEHÖREN SOLL, WAS DA IST, DENEN, DIE FÜR ES GUT SIND.
Bertolt Brecht
Eigentum verändert das Bewusstsein, Eigentum trennt Freunde, es erteilt Macht über andere, schließt aus, reduziert Teilnahme. Eigentum macht süchtig nach mehr. Eigentum ist selbstverständlich. Nichts ist so konstituierend für unsere Gesellschaft, nichts wirkt so trennend auf die Gemeinschaft, nichts ist so bestimmend für ihre kapitalistischen Strukturen wie die Idee des Eigentums. In „Eigentum. Ein Oratorium“ steht der Chor als Metapher für eine vermeintlich harmonische Gemeinschaft. Der Brecht’schen Lehrstück-Theorie folgend, nehmen DarstellerInnen und Publikum probehalber Haltungen ein und geben sowohl spontane als auch vorgefertigte und einstudierte Reden wieder. Ein gemurmeltes Oratorium, eine geschriene Andacht, ein gesungenes Selbstgespräch einer Gemeinschaft, die sich über ihre Besitzverhältnisse und die dadurch entstehenden Verwerfungen Gedanken macht. Sprechend vergewissert sie sich ihrer selbst und stellt fest, dass sie uneins ist. Die Residenz beinhaltet einen mehrtägigen Workshop mit lokalen PerformerInnen, die an der Leipziger Version des Oratoriums als Gast-SpielerInnen beteiligt sein werden.

SHE SHE POP sind ein Performance-Kollektiv, das in den 90er Jahren am Gießener Institut für Angewandte Theaterwissenschaft gegründet wurde. Die Mitglieder der Gruppe sind in der Mehrzahl Frauen und arbeiten im Kollektiv. Die PerformerInnen verstehen sich als AutorInnen, DramaturgInnen und Ausführende ihrer Bühnenhandlung. Das Einbeziehen der eigenen Autobiographie ist dabei vor allem Methode, nicht Zweck der Arbeit. Daraus entsteht eine Theaterform, die dem Experiment verpflichtet ist. Die Bühne ist immer ein Ort der akuten Öffentlichkeit. Hier werden Entscheidungen getroffen, Gesprächsweisen und Gesellschaftssysteme ausprobiert, Sprech-Gesten und soziale Rituale einstudiert oder verworfen. She She Pop sehen ihre Aufgabe in der Suche nach den gesellschaftlichen Grenzen der Kommunikation — und in deren gezielter und kunstvoller Überschreitung im Schutzraum des Theaters. Das Theater wird zu einem Raum für utopische Kommunikation. Auch das Publikum erhält häufig eine konkrete Zuschreibung und eine besondere Funktion: Sämtliche Arbeiten von She She Pop sind auf ihre Weise Experimente oder Beweisführungen, die ohne Zeugenschaft ungültig würden. Im Schauspiel Leipzig waren She She Pop zuletzt 2015 mit der Produktion „Schubladen“ zu Gast. www.sheshepop.de
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Leipzig-Premiere am 9. März 2018

Nächste Termine

https://www.schauspiel-leipzig.de Schauspiel Leipzig Bosestraße 1, 04109 Leipzig
Fr, 09.03. 20:00
Premiere
Residenz
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Sa, 10.03. 20:00
Residenz
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Mo, 12.03. 20:00
Residenz
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Di, 13.03. 20:00
Residenz
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Mi, 14.03. 20:00
Residenz

Besetzung

Sebastian Bark, Johanna Freiburg, Fanni Halmburger, Lisa Lucassen, Mieke Matzke, Ilia Papatheodorou, Berit Stumpf sowie mit Gästen aus Leipzig

Team

Bühne: Sandra Fox
Kostüme: Lea Søvsø
Musik: Max Knoth
Künstlerische Mitarbeit: Ruschka Steininger
Technische Leitung & Lichtdesign: Sven Nichterlein
Produktionsleitung: Anne Brammen
Produktion: She She Pop
Koproduktion: Schauspiel Leipzig, HAU Hebbel am Ufer, Festival Theaterformen, Münchner Kammerspiele, Kampnagel Hamburg, Schauspiel Stuttgart, Kaserne Basel, ACT Independent Theater Festival Sofia, Konfrontacje Teatralne Festival Lublin / Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes und die Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa