Water & Coltan

aus der Reihe: landscapes and bodies
Kötter / Israel / Limberg (Berlin) / Artists in Residence
„Water“ und „Coltan“ sind, nach „Gold“ und „Coal“ in der vergangenen Spielzeit, der dritte und vierte Teil der Performance-Reihe „landscapes and bodies“, die sich mit den ökologischen und sozialen Transformationen des Bergbaus befasst. Es entsteht ein immersiver Raum-Parcours aus VR-Dokumentarfilm und Performance.

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Water (landscapes and bodies 3)

Nach dem Ende der Steinkohle kämpft das Ruhrgebiet nicht nur mit dem gesellschaftlichen und stadträumlichen Strukturwandel, sondern auch mit den unmittelbaren Ewigkeitsfolgen des Rohstoffabbaus. Hunderte unterirdische Pumpwerke müssen in den ehemaligen Stollen dafür sorgen, dass der steigende Wasserspiegel das Ruhrgebiet nicht in eine Seenplatte verwandelt. „Water“ begibt sich zum einen mit ZeitforscherInnen und ehemaligen Kumpeln unter die Erdoberfläche des Ruhrgebiets, dort, wo nun Pumpen das Erbe der Bergarbeiter angetreten haben. Zum anderen vermisst die Kamera gemeinsam mit AnwohnerInnen die neu entstandenen Wohngebiete rund um den künstlich angelegten Phönixsee in Dortmund.

Coltan (landscapes and bodies 4)

Auch „Coltan“ sucht die Arbeitswelt unter der Erdoberfläche auf und fragt nach deren Konsequenzen für das Zusammenleben oberhalb der Minen. Während im Ruhrgebiet nur noch gepumpt und gewohnt wird, beschäftigt sich „Coltan“ mit anderen Überlebensbedingungen: den ausbeuterischen politischen und sozialen Gefügen des Kleinbergbaus im Osten des Kongo. Mehr als eine Million „creuseurs“ perforieren in den Klein-Minen in anstrengender Handarbeit die Landschaft, um den für die Elektronikproduktion zentralen Rohstoff Coltan zu schürfen. Es werden Verbindungen zwischen Arbeit und Wohnen, zwischen Landschaft und globalem Kapital unter den Bedingungen genozidaler Bürgerkriege erfahrbar.
Leipzig-Premiere im November 2020