PAY ATTENTION!

Eine urbane Langzeitbespielung
Wie geht es weiter mit dem urbanen Leben? Welche Strukturen werden zukünftig ‚Öffentlichkeit‘ bestimmen? Welche Leerstellen entstehen und welche Formen von Begegnung sind zukünftig in einer Stadtgesellschaft vorstellbar, deren Leben sich durch pandemische Monate und Jahre verändert hat sowie durch die Neuerungen des digitalen Wandels?

Das Schauspiel Leipzig positioniert sich konkret in der Stadt und erklärt Leipzig zur neuen Spielstätte: Pay attention! Es geht um eine Aufmerksamkeit für den Wandel in unserem Stadtraum. Wir als Stadttheater wollen, nicht zuletzt entsprechend diesem Begriff, unsere Stadt neu entdecken. Wir wollen der Stadt begegnen — und wir wollen uns darin neu begegnen. Leipzig hat viele Häutungen durch. Von denen wollen wir erzählen. Und der jüngsten, aktuellen, von der nicht ganz klar ist, wie sie verläuft, wie sie sich entwickelt, was in ihr passieren wird — der wollen wir ins Angesicht schauen.

Für „Pay attention!“ 2022 entstehen drei Produktionen außer Haus an besonderen Orten der Stadt und erzählen von der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft Leipzigs: In der Sauna der ehemaligen Stasi-Zentrale erzählen wir die Geschichte(n), die sich durch die Jahrhunderte versammeln an diesem für die Stadtgeschichte zentralen Areal Matthäikirchhof. Ein Audiowalk durch die Innenstadt geht der Frage nach, welche Veränderungen durch die letzten Monate und Jahre dort festzustellen sind, und eine Tram wird durch Leipzig fahren mit dem Ausblick, wie die Stadt in 75 Jahren aussehen könnte.

Außerdem geht das Schauspiel Leipzig mit ausgewählten Produktionen für einmalige Gastspiele raus aus den angestammten Spielstätten und wechselt ins Institut für Zukunft (IfZ), ins Stadtarchiv sowie ins UT Connewitz.

Aber nicht nur inszenatorisch-theatral geben wir einen Fokus auf und in unsere Stadt — sondern auch diskursiv, mit Gesprächsrunden zur Frage dessen, was Stadt und Stadtgesellschaft, das Zusammenleben heute und in Zukunft bedeuten. Die Gespräche leiten der Publizist Jens Bisky und die Kuratorin Julia Schäfer.

Und nicht zuletzt: Inszenierungen mit Bezug auf unsere Stadt gehören am Schauspiel Leipzig zum ständigen Programm. „Pay attention!“ nehmen wir zum Anlass, diese Inszenierungen, aktuell „La Bohème. Träume // Leipzig“ und „Undine“, mit speziellen Nachgesprächen zu vertiefen.

Infos zur urbanen Langzeitbespielung: Pay attention!