BITCH, I EVOLVED!
Eva Meyer-Keller (Berlin)
„BITCH, I EVOLVED!“ nimmt eine feministische Perspektive auf verschiedenste Evolutionstheorien ein, beleuchtet deren Entstehung und fragt, welche Körper in den gängigen Erzählungen nicht vorkommen, welche Reproduktionsformen ausgelassen und welche Mythen nie geschrieben wurden.
Neuere Forschungen aus Evolutionsbiologie, Zoologie, Geschlechterforschung und Wissenschaftsgeschichte zeigen, wie stark der Fokus auf den männlichen Körper aus männlicher Sicht die Erzählungen über Ursprung, Fortpflanzung, Sexualität und Körper geprägt hat — und wie sehr die Evolution des weiblichen und nicht-binären Körpers marginalisiert oder verzerrt wurde. Aktuelle Forschungslinien beschreiben das Leben vielmehr als ein Geflecht wechselseitiger Abhängigkeiten und betonen die soziale und kulturelle Prägung. Wie Individuen interagieren, wie sich Gemeinschaften organisieren und welche Rollenverteilungen bestehen, kann entscheidend für evolutionäre Anpassungen sein. So treten durchlässige Modelle, die evolutionäre Entwicklungen als intersektionale Beziehung unter- und miteinander denken, an die Stelle überholter Leitbilder wie „Überleben des Stärkeren“.
Was wissen wir wirklich über unsere Herkunft und die evolutionären Prozesse, die uns geformt haben? Welche Denkweisen, Hierarchien und sozialen Geschlechterkonstrukte prägen die wissenschaftliche Wahrnehmung unserer evolutionären Herkunft? Warum fehlt die Evolution des weiblichen Körpers in vielen Erzählungen? Wie kam es zum ersten Uterus, zu Brüsten und Vulven? Warum ist der Mensch ein Säugetier und legt nicht wie 99 % aller Tierarten Eier?
Eva Meyer-Keller ist eine Berliner Choreographin, deren Arbeitsweise von einer konstruktiven Missachtung der Genregrenzen (bildende Kunst, darstellende Kunst, Wissenschaft) geprägt ist. Charakteristisch sind die minutiöse Aufmerksamkeit, die auf Details gelegt wird, und die Verwendung von Alltagsobjekten. Vor ihrem Abschluss in Tanz und Choreographie an der SNDO in Amsterdam (1999) studierte sie Fotografie in Berlin und London. Zu ihren zahlreichen eigenen Arbeiten zählt u. a. „Death is certain“, das seit 2002 an mehr als 250 Orten weltweit aufgeführt wurde. Seit 2017 setzt sie sich in Performances wie „Some Significance“, „Living Matters“ und „Out of Mind“ mit naturwissenschaftlichen Modellen auseinander und dokumentiert ihre Forschung in künstlerischen Publikationen: „LM: M-M-A-E“, „Give me your bones“ und „Scores of Matters“. Gemeinsam mit der feministischen Untersuchung des weiblichen Alterns „Turn the P/age“ (2025) lässt sich „BITCH, I EVOLVED!“ als Fortsetzung einer Forschung lesen, die nach Wegen sucht, kulturell verfestigte Narrative über Körper, Geschlecht und Zeit neu zu verhandeln.
mehr anzeigen
Neuere Forschungen aus Evolutionsbiologie, Zoologie, Geschlechterforschung und Wissenschaftsgeschichte zeigen, wie stark der Fokus auf den männlichen Körper aus männlicher Sicht die Erzählungen über Ursprung, Fortpflanzung, Sexualität und Körper geprägt hat — und wie sehr die Evolution des weiblichen und nicht-binären Körpers marginalisiert oder verzerrt wurde. Aktuelle Forschungslinien beschreiben das Leben vielmehr als ein Geflecht wechselseitiger Abhängigkeiten und betonen die soziale und kulturelle Prägung. Wie Individuen interagieren, wie sich Gemeinschaften organisieren und welche Rollenverteilungen bestehen, kann entscheidend für evolutionäre Anpassungen sein. So treten durchlässige Modelle, die evolutionäre Entwicklungen als intersektionale Beziehung unter- und miteinander denken, an die Stelle überholter Leitbilder wie „Überleben des Stärkeren“.
Was wissen wir wirklich über unsere Herkunft und die evolutionären Prozesse, die uns geformt haben? Welche Denkweisen, Hierarchien und sozialen Geschlechterkonstrukte prägen die wissenschaftliche Wahrnehmung unserer evolutionären Herkunft? Warum fehlt die Evolution des weiblichen Körpers in vielen Erzählungen? Wie kam es zum ersten Uterus, zu Brüsten und Vulven? Warum ist der Mensch ein Säugetier und legt nicht wie 99 % aller Tierarten Eier?
Eva Meyer-Keller ist eine Berliner Choreographin, deren Arbeitsweise von einer konstruktiven Missachtung der Genregrenzen (bildende Kunst, darstellende Kunst, Wissenschaft) geprägt ist. Charakteristisch sind die minutiöse Aufmerksamkeit, die auf Details gelegt wird, und die Verwendung von Alltagsobjekten. Vor ihrem Abschluss in Tanz und Choreographie an der SNDO in Amsterdam (1999) studierte sie Fotografie in Berlin und London. Zu ihren zahlreichen eigenen Arbeiten zählt u. a. „Death is certain“, das seit 2002 an mehr als 250 Orten weltweit aufgeführt wurde. Seit 2017 setzt sie sich in Performances wie „Some Significance“, „Living Matters“ und „Out of Mind“ mit naturwissenschaftlichen Modellen auseinander und dokumentiert ihre Forschung in künstlerischen Publikationen: „LM: M-M-A-E“, „Give me your bones“ und „Scores of Matters“. Gemeinsam mit der feministischen Untersuchung des weiblichen Alterns „Turn the P/age“ (2025) lässt sich „BITCH, I EVOLVED!“ als Fortsetzung einer Forschung lesen, die nach Wegen sucht, kulturell verfestigte Narrative über Körper, Geschlecht und Zeit neu zu verhandeln.
Premiere im März 2027
Residenz in der Spinnerei
Residenz in der Spinnerei
