Cut the Rope! Ein Ritual (AT)

FARN, George Bele & Bodenproben (Leipzig/Berlin/Freiburg)
Abschiede. Die kleinen, die großen. Jene, die leichtfüßig und routiniert vollzogen werden, und jene, die gefürchtet sind und viel zu groß. Abschiede, die Zeit brauchen, oft mehr, als vorhanden zu sein scheint.
Wovon verabschieden wir uns fälschlicherweise, und wovon wollen wir uns verabschieden? Wovon müssen wir uns endlich verabschieden, weil es uns schon zu lange vorenthalten oder genommen wurde? Wer und was hat einen schönen, würdigen, feierlichen Abschied verdient und wird ihn deshalb an diesem Abend bekommen? Wer und was ist schon zu lange da und hatte noch nie das konstruktive, fröhliche, gleichberechtigte Miteinander, sondern immer nur Menschenfeindlichkeit im Sinn?

Cut the Rope praktiziert das Verabschieden, das geübt, das erlernt werden kann und muss, weil es eine benötigte Handlung, ein sinnvolles Werkzeug ist. Dingen, die ein Ende finden müssen, wird ein Ende bereitet. Fäden und Seile all der Handlungen und Strukturen, die tödlich sind, werden durchtrennt. Gefeiert werden die, die angemessen zu betrauern viel zu oft, viel zu lange vergessen wurde. Wir fangen mit dem Beenden an.

Für die Produktion „Cut the Rope!“ schließen sich die Kollektive FARN, George Bele und Bodenproben zusammen, um sich gemeinsam im Verabschieden zu üben: Das Performance-Kollektiv „FARN“ um Moritz Bossmann, Nadja Sofie Eller, Sandra Hüller, Tom Schneider sowie Aline Bucher begreift das Theater als kollektive Praxis des Denkens und Handelns. Innerhalb des Kollektivs gibt es keine festgelegten Strukturen und Hierarchien, keine Sicherheiten und Wahrheiten, auf die man sich verlassen könnte oder wollte. Als „George Bele“ finden sich die Schauspielerin Charlotte Puder und die Autorin Heike Geißler zusammen. Sie entwickelten u. a. Interventionsformate in und für Schaufenster und ein Stück („Göttinnen oder: Die Arbeit am Wetter von morgen“, UA Residenz Leipzig). Sie verstehen den Namen George Bele als fiktive, aber anwesend gedachte Figur, die befähigt ist, sich zu verselbstständigen, und daran erinnert, dass künstlerische Arbeit eine spezifische Form von Leben erzeugen kann. Als „Bodenproben“ erkundet Uwe Gössel mit künstlerischen Projekten die Grundlagen des Lebens. In unterschiedlichen Konstellationen werden die verschiedensten „Böden“ erprobt: die physischen, die ideologischen, die gesellschaftlichen und die zukünftigen.
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Premiere im Mai 2027
Residenz in der Spinnerei