Der erste Mensch
Die unglaubliche Geschichte einer Kindheit
Die Schule ein Ort, der einem den Blick auf das Leben öffnet? Ein junger Schüler, für den das Lernen ein wildes Abenteuer ist, bei dem ihm täglich neue Welten erschlossen werden? Der kleine Albert Camus hat das so erlebt. Moderne Bildungspolitiker und Pädagogen müssen sich irritiert die Augen reiben, wenn sie seine Geschichte hören. In einem sensationellen erzählerischen Parforceritt entführt Wolfram Koch sein Publikum in dieser emotionalen Theaterproduktion als Ich-Erzähler in eine Welt voller Armut, Lebensfreude und „natürlicher Schönheit.“ Die Musik des „Orchestre du Soleil“ liefert den mitreißenden Soundtrack zu diesem hochaktuellen Stück über das „Abenteuer Bildung“, an dessen Ende ein Mann, der als Kind in einer Familie von Analphabeten aufwächst, mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wird.
Es ist die Kindheits-Geschichte des Literaturnobelpreisträgers Albert Camus.
In dessen autobiographischen Roman „Der erste Mensch“ begibt sich der Protagonist auf die Suche nach seinem Vater, der im Ersten Weltkrieg gefallen ist und den er nie kennengelernt hat. Damit beginnt für den Erzähler eine Reise zurück in seine Kindheit. Er kehrt heim in die Hitze Algiers, in die Armut und die Unschuld.
Er lässt seine Kindheit Revue passieren, beschreibt - so humorvoll wie berührend und in einer Sprache von poetischer Schönheit - die freie Schwerelosigkeit am Strand, in der Sonne, im Meer. Er erinnert sich an die Rebhuhn-Jagd in der Wüste, zu der er mit seinem Onkel oft am frühen Morgen aufbricht - und vor allem: an das Abenteuer Schule, das ihm eine völlig neue Welt eröffnet. Er erzählt von seiner schweigsamen Mutter im Armenviertel Algiers und der dominanten Großmutter, die nur durch die Unterstützung seines Volksschul-Lehrers davon überzeugt werden kann, dass der Junge ins Gymnasium gehört. Dort, „geworfen in eine unbekannte Welt“, der „unschuldigen Welt entrissen“, begreift er, „dass ich alles, was ich wollte, erreichen würde, und dass nichts, was von dieser Welt ist, mir jemals unmöglich sein würde.“
Der Regisseur und Produzent Martin Mühleis hat mit Bühnenbearbeitungen von literarischen Werken in den vergangenen Jahren große Erfolge gefeiert. Seine Erich-Kästner-Bearbeitungen - „Als ich ein kleiner Junge war“ und „Ein Mann im Schnee“ - zählen mit mittlerweile über 500 Vorstellungen zu den erfolgreichsten literarischen Bühnenproduktionen in Deutschland. Sein Bühnenmonolog „Ich bin Astrid aus Småland“ ist die erste von der Familie Astrid Lindgrens autorisierte Bühnen-Autobiographie der großen schwedischen Kinderbuchautorin. Sein jüngstes Werk „Prost, Onkel Erich!“, das das Leben Erich Kästners in einer literarisch-musikalische Revue erzählt, hatte am 04.02.2024 am Staatstheater Kassel Premiere.
In seinen Bühnenarbeiten hat Mühleis eine eigene Form entwickelt, eine „Architektur aus Sprache, Musik, Lichtdesign und Schauspiel“ wie der Berliner Tagesspiegel es nannte. Es gelingt ihm, Literatur für die Bühne zu adaptieren, ohne sie in Struktur, Rhythmus und Sprache zu verändern. Aus den literarischen Vorlagen entstehen auf diese Weise eigene Bühnenwerke, die den Zuschauer zum Mitgestalter machen. Mühleis' reduzierte, kargen Erzählformen bewirken, dass ein wesentlicher Teil der Geschichte in der Phantasie des Betrachters entsteht.
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Es ist die Kindheits-Geschichte des Literaturnobelpreisträgers Albert Camus.
In dessen autobiographischen Roman „Der erste Mensch“ begibt sich der Protagonist auf die Suche nach seinem Vater, der im Ersten Weltkrieg gefallen ist und den er nie kennengelernt hat. Damit beginnt für den Erzähler eine Reise zurück in seine Kindheit. Er kehrt heim in die Hitze Algiers, in die Armut und die Unschuld.
Er lässt seine Kindheit Revue passieren, beschreibt - so humorvoll wie berührend und in einer Sprache von poetischer Schönheit - die freie Schwerelosigkeit am Strand, in der Sonne, im Meer. Er erinnert sich an die Rebhuhn-Jagd in der Wüste, zu der er mit seinem Onkel oft am frühen Morgen aufbricht - und vor allem: an das Abenteuer Schule, das ihm eine völlig neue Welt eröffnet. Er erzählt von seiner schweigsamen Mutter im Armenviertel Algiers und der dominanten Großmutter, die nur durch die Unterstützung seines Volksschul-Lehrers davon überzeugt werden kann, dass der Junge ins Gymnasium gehört. Dort, „geworfen in eine unbekannte Welt“, der „unschuldigen Welt entrissen“, begreift er, „dass ich alles, was ich wollte, erreichen würde, und dass nichts, was von dieser Welt ist, mir jemals unmöglich sein würde.“
Der Regisseur und Produzent Martin Mühleis hat mit Bühnenbearbeitungen von literarischen Werken in den vergangenen Jahren große Erfolge gefeiert. Seine Erich-Kästner-Bearbeitungen - „Als ich ein kleiner Junge war“ und „Ein Mann im Schnee“ - zählen mit mittlerweile über 500 Vorstellungen zu den erfolgreichsten literarischen Bühnenproduktionen in Deutschland. Sein Bühnenmonolog „Ich bin Astrid aus Småland“ ist die erste von der Familie Astrid Lindgrens autorisierte Bühnen-Autobiographie der großen schwedischen Kinderbuchautorin. Sein jüngstes Werk „Prost, Onkel Erich!“, das das Leben Erich Kästners in einer literarisch-musikalische Revue erzählt, hatte am 04.02.2024 am Staatstheater Kassel Premiere.
In seinen Bühnenarbeiten hat Mühleis eine eigene Form entwickelt, eine „Architektur aus Sprache, Musik, Lichtdesign und Schauspiel“ wie der Berliner Tagesspiegel es nannte. Es gelingt ihm, Literatur für die Bühne zu adaptieren, ohne sie in Struktur, Rhythmus und Sprache zu verändern. Aus den literarischen Vorlagen entstehen auf diese Weise eigene Bühnenwerke, die den Zuschauer zum Mitgestalter machen. Mühleis' reduzierte, kargen Erzählformen bewirken, dass ein wesentlicher Teil der Geschichte in der Phantasie des Betrachters entsteht.
Team
Musik: Christoph Dangelmaier
Textbearbeitung, Produktion, Inszenierung: Martin Mühleis
Rezitation: Wolfram Koch
Akkordeon: Maria Reiter
Oud: Samir Mansour
Percussion: Marius Bornmann
Bass-Klarinette, Saxofon: Ekkehard Rössle
Bass: Christoph Dangelmaier
Kostüme & Bühnenbild: Lucia Faust
Lichtdesign: Birte Horst




Albert Camus: ein Geborgener und ein Ausgestoßener. Einer, der den Ausbruch geschafft hat aus der katastrophalen Enge seines Herkommens, aber sich doch auch ein Leben lang danach zurücksehnt. Joachim Król fühlt das in allen Schattierungen mit. Dazu hüllt die arabisch angehauchte Musik des fünfköpfigen Orchestre du Soleil seinen Vortrag in ein Gewebe aus lyrischen und rhythmischen Klängen.“