DIE KUNST, VIELE ZU BLEIBEN

Bundesweite Foren für Kunst, Freiheit und Demokratie
Der Fonds Darstellende Künste initiiert mit DIE KUNST, VIELE ZU BLEIBEN eine Reise durch acht Städte, die in vielfältigen Zusammenkünften für Kunst, Freiheit und Demokratie einsteht. Das zweitägige Debatten- und Performanceprogramm in Leipzig findet im LOFFT - DAS THEATER und in der Residenz Schauspiel Leipzig statt.
Angriffe auf die Kunst(freiheit), gute Streit- und widerständige Subkulturen und Perspektiven stehen im Fokus des zweitägigen Debatten- und Performanceprogramms in Leipzig. Auf den Bühnen werden im LOFFT von WESSER | MECKERT & Band in „WIR KRIEGEN EUCH ALLE!“ die sog. „Baseballschlägerjahre“ und in der Residenz Schauspiel Leipzig von Lina Majdalanie und Rabih Mroué in „SUNNY SUNDAY“ die Wirkung nationalistischer Heldenmythen am Beispiel jüngster Ereignisse aus Polen verhandelt.

Entlang ihres aktuellen Buches „Hass“ spricht am ersten Tag des Forums Şeyda Kurt über eine „Politik der Gefühle“. Diesen Impuls greift u.a. Mirna Funk auf, die davon berichtet, wie aus jüdischer Perspektive gute Streitkultur funktioniert und wie wir das produktive, Widersprücheaushaltende Streiten als gesellschaftliches Miteinander neu erlernen können. Eine Position, die sowohl die Vernetzungsinitiative der Künstler*innen von Kompliz* aus Sachsen im Dialog mit Eva Hartmann als auch Tanja Krone in ihrem aktivierend-aktivistischen Workshop SCHÖN AUFMISCHEN! EINE ÜBUNG ZU ANREGENDEM WAHLKAMPF in die Praxis umzusetzen suchen: Streiten als performativ-künstlerische wie politische Strategie weckt zivile Resilienz-Kräfte, die angesichts von Peter Laudenbachs Bericht der über hundert rechten Übergriffe auf die Kunstfreiheit in seinem Buch „Volkstheater“ dringend nötig scheinen.

Am zweiten Tag bieten die Radikalen Töchter einen Workshop an, der Menschlichkeit, Haltung, Leidenschaft und selbst motiviertes Handeln fördern soll. Ntando Cele eröffnet Antidiskriminierungsperspektiven, während das polnische Theater Komuna Warszawa in einem Arbeits- und Austauschraum Fragen der (politischen) Vernunft verhandelt und weitere internationale Blickwinkel sichtbar werden.
Der Eintritt für das Tagesprogramm ist kostenlos, eine Anmeldung erforderlich.

Personen, die sich für das Tagesprogramm registriert haben, erhalten ermäßigte Karten für das Abendprogramm. Das am Veranstaltungstag ausgehändigte Eintrittsbändchen an der Anmeldung fungiert als Ermäßigungsnachweis am Einlass. Karten sind wie gewohnt online über die Ticketshops der Häuser buchbar.

Anmeldung für Samstag, den 01. Juni 2024
Anmeldung für Sonntag, den 02. Juni 2024

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Programm in Leipzig

01. und 02.06.2024 | LOFFT – DAS THEATER + Residenz Schauspiel L​​eipzig

Samstag, 01.06.24

11:00 „Rechte Gefühlswelten On- und Offline“
Eröffnungsimpuls von Dr. Simon Strick (Panzerkreuzer Rotkäppchen)
Rechte Bewegungen polen das „Normale“ nationalistisch und rassistisch um. Alles soll sich anders anfühlen, nach Willkür, Diktatur, Untergang des Westens. Sie nennen das Metapolitik, der Wissenschaftler und Autor Simon Strick nennt es Emotioneering: die Produktion von rechten Gefühlswelten. Wie funktioniert das in der hypermedialen Gegenwart, und wie können Theater und Literatur als kritische Gefühlsschulen dagegenhalten? Der Input sucht Antworten aus Forschung und Theaterpraxis.
  • Ort: LOFFT – DAS THEATER, Saal


11:30 - 13:00 Arbeitsphase I: Workshops & Diskursformate
Wissen: Gespräch Heike Geißler und Dr. Simon Strick
Austausch mit der Schriftstellerin Heike Geißler über “politische Gefühle” und die damit verbundenen Möglichkeiten und Strategien aktiven Handelns - gegen rechts und für eine Zukunft des vielfältigen Miteinanders.
  • Ort: LOFFT – DAS THEATER, Saal​​​​​​

Allianzen: DIE KUNST, VIELE ZU BLEIBEN (Teil 1)
Diskursformat zu Vernetzungsinitiativen mit Künstler*innen von kompliz* aus Sachsen im Dialog mit Eva Hartmann
Allianzen und Solidaritäten sind notwendig, um die Demokratie zu stärken und zu verbessern. In den letzten Jahren haben sich viele zivilgesellschaftliche Bündnisse im Schulterschluss mit Akteur*innen aus Kunst und Kultur zusammengefunden, um sich mit Aktionen, Ansprache und Austausch für die im Grundgesetz verankerten Rechte und Freiheiten unserer Demokratie einzusetzen und sich gegen Hass, Hetze, Diskriminierung und Rechtsextremismus zu engagieren.
Das Sächsische Bündnis kompliz* stellt in diesem Workshop seine Arbeit und neusten Aktionen vor, kurz vor der Wahl zum Europäischen Parlament am 9. Juni und den sächsischen Landtagswahlen am 1. September. Weitere Aktionsbündnisse und Initiativen sind in dieser Arbeitsrunde zu Gast (u.a. BFDK/Programm: Demokratie fördern). Es geht um Wissenstransfer und Erfahrungsaustausch und um praktische und bewährte Beispiele, wie sich jede*r einzeln*e aktiv beteiligen kann. Fragen zum wie, wo, wann, mit wem, auf welche Weise sind herzlich willkommen.
Im ersten Teil der Arbeitsrunde geht es um das Vorstellen der aktuellen Arbeit und Organisationsweise von kompliz* und Gästen.
  • Ort: LOFFT – DAS THEATER, Studio

Praxis: „Schön aufmischen! Eine Übung zu anregendem Wahlkampf“ (Teil 1)
Aktivierend-aktivistischer Workshop von und mit Tanja Krone.
Vom Einmischen bis zum MECKER-Chor erprobt Tanja Krone das Streiten als performativ-künstlerische wie politische Strategie und weckt damit zivile Resilienz-Kräfte.
  • Ort: Werkschauhalle 12

13:00 - 14:30 Gemeinsame Mittagspause
  • ​​​Ort: Werkschauhalle 12

14:30 - 16:30 Arbeitsphase II: Workshops & Diskursformate
Wissen: „Volkstheater – Der rechte Angriff auf die Kunstfreiheit“
In seinem gleichnamigen Buch versammelt der Journalist Peter Laudenbach über einhundert rechte Übergriffe auf die Kunstfreiheit – ein Bericht über Angriffe auf die offene, liberale Gesellschaft.
  • Ort: LOFFT – DAS THEATER, Saal

Allianzen: DIE KUNST, VIELE ZU BLEIBEN (Teil 2)
Diskursformat zu Vernetzungsinitiativen mit Künstler*innen von kompliz* aus Sachsen im Dialog mit Eva Hartmann
Im zweiten Teil geht es um kommende Aktionen und Projekte, deren Planung, Organisation und Beteiligung, vor allem um eure!
  • Ort: LOFFT – DAS THEATER, Studio

Praxis: „Schön aufmischen! Eine Übung zu anregendem Wahlkampf“ (Teil 2)
Aktivierend-aktivistischer Workshop von und mit Tanja Krone.
Vom Einmischen bis zum MECKER-Chor erprobt Tanja Krone das Streiten als performativ-künstlerische wie politische Strategie und weckt damit zivile Resilienz-Kräfte.
  • Ort: Werkschauhalle 12

16:30 - 17:00 Kaffeepause
  • Ort: Werkschauhalle 12

17:00 - 19:00 Grußworte & Gespräch
Grußwort von Dr. Christiane Schenderlein (CDU MdB)

Impuls: „Machloket: Richtig Streiten Lernen" von Mirna Funk
Die Autorin Mirna Funk berichtet, wie aus jüdischer Perspektive gute Streitkultur funktioniert und wie wir das produktive, Widersprüche aushaltende Streiten als gesellschaftliches Miteinander neu erlernen können – im Anschluss: Panelgespräch mit weiteren Gästen.
  • Ort: LOFFT – DAS THEATER, Saal

17:30 - 19:00 Konsens / Dissenz / Streitkultur
Ein Gespräch mit Mirna Funk (Journalistin, Autorin), Prof. Dr. Oliver Decker (Direktor Else-Frenkel-Brunswik-Institut für Demokratieforschung an der Universität Leipzig),Tanja Krone (Performerin, Musikerin, Aktionskünstlerin) / Moderation: Antonie Rietzschel (Leipziger Volkszeitung)
Was ist das, guter Streit? Wie lässt sich produktiv um Positionen ringen, ohne dass der daraus erwachsene Streit in Gewalt und den Ausschluss der Perspektive des/der anderen mündet? Ist das nicht eigentlich seit jeher das Wesen der Demokratie, trotz Widerspruch und Dissens gemeinsam Kompromisse zu finden? Und wer streitet heute eigentlich noch für die Demokratie, statt gegen sie? In Zeiten allgemeiner diskursiver Zerrüttung, gar Spaltung gesellschaftlicher Gefüge beleuchten Expert*innen demokratischer Streitkultur die Möglichkeiten und Potentiale des Disputs und verhandeln miteinander, was das aktuell heißen und vor allem, wie das gehen kann: richtig miteinander zu streiten.
  • Ort: LOFFT – DAS THEATER, Saal

19:00 - 20:30 Möglichkeit zum Abendessen
  • Ort: Werkschauhalle 12

20:30 „Was ist denn da im Osten los?“
Ein inszeniertes, partizipatives Diskursformat zur dokumentarischen Punkperformance „WIR KRIEGEN EUCH ALLE!“ von WESSER | MECKERT
Wer Ostdeutschland verstehen will, muss die Zeitebenen vor, während und nach dem Mauerfall miteinander verbinden und Zusammenhänge verstehen. Ohne die Geschichten dieser chaotischen und auch brutalen Zeit ist auch das Erstarken rechter und neonazistischer Gruppen und der Erfolg der AfD nicht zu verstehen, denn diese Jahre ragen weit ins Heute. Mit Szenen aus der Performance, Livemusik, partizipativen Spielmomenten und Diskussion ist das Publikum zu einer diskursiven Zeitreise eingeladen, die relevante Fragen stellt.
Die dokumentarische Punk-Performance „WIR KRIEGEN EUCH ALLE!“ wird am Sonntag, 02.06. um 18:30 Uhr im LOFFT aufgeführt.
  • Ort: LOFFT – DAS THEATER
  • Eintritt frei, Anmeldung erforderlich
  • Weitere Informationen: www.lofft.de

20:30 „Sunny Sunday
Performance von Lina Majdalanie & Rabih Mroué
Basierend auf einer wahren Begebenheit erkunden die libanesischen Künstler*innen Lina Majdalanie und Rabih Mroué jene hybriden, eklektischen Narrative und Symbole, die in den politischen Diskursen in Polen wirksam sind, und befragen deren gesellschaftspolitische Mechanismen. Die Story-Telling Performance von Mroué und Majdalanie entfaltet sich auf der Bühne ähnlich einer Graphic Novel entlang von Illustrationen des libanesischen Zeichners George Khoury (JAD).
  • Ort: Residenz Schauspiel L​​eipzig
  • In englischer Sprache mit deutschen Untertiteln


Sonntag, 02.06.24

11:00 - 11:30 Impulse
von Cesy Leonard (Radikale Töchter) // Ntando Cele // Janka Dold
Mit drei Impulsen geben Cesy Leonard (Radikale Töchter), Ntando Cele sowie Janka Dold (HELLERAU) eine Einführung und den Kick off zu ihren im Anschluss stattfindenden Working Sessions, die sich mit Fragen von Performance- und Identitätspolitiken, künstlerischen Allianzen und dem Training für einen "MUT-Muskel" im Angesicht aktueller gesellschaftlicher Krisenszenarien beschäftigen werden.

11:30 - 13:00 Arbeitsphase I: Workshops & Diskursformate
Wissen: „Performance vs. Embodying"
Die in Südafrika geborene und in Bern lebende Performance-Künstlerin Ntando Cele geht der Differenz zwischen einem “performativen” und einem auf “Verkörperung” abzielenden Zugang zu Figuren und Identitäten nach. Sie fragt:
What is the difference between performing and embodying a character or a story? Using failure, we draw from our artistic expressions and examine the blind spots within our practices that hinder us from embracing other perspectives beyond what we expect.
  • Ort: Residenz Schauspiel Leipzig
  • Sprache: Englisch

Allianzen: „Queering Artistic Feedback“
Workshop und Austausch mit Reason NOW! – Residenzkünstler*innen, HELLERAU, Komuna Warszawa, Szymon Adamczak und alex blum (Teil 1)
Das Residenzprogramm „Reason NOW!“ - ein Kooperationsprojekt von HELLERAU und Komuna Warszwa, eine der bekanntesten Avantgarde-Theatergruppen in Polen - bietet Künstler*innen aus den darstellenden Künsten in Sachsen und Warschau im Mai, August und September 2024 einen kooperativen Arbeitsprozess. Unter der Leitung von Rabih Mroué liegt der Fokus auf der Entwicklung von künstlerischen Projekten im Rahmen von Residenzen, Feedback-Sessions, Mentoring und Diskussionen. In Leipzig sind die teilnehmenden Künstler*innen von Reason NOW! im Rahmen eines von Szymon Adamczak & alex blum moderierten Workshops zu Austausch und Diskussion mit der lokalen Szene eingeladen. Im Rahmen des Workshops werden sie Erkenntnisse und neue Methoden aus ihrer gemeinsamen Forschung zu experimentellen und queeren Ansätzen für Feedback- und Austauschformate teilen. Dabei werden Begriffe wie promiskuitive Pflege, Nachsorge, Einstimmung und bedarfsorientierte, maßgeschneiderte Feedback-Protokolle erforscht.
„Queering artistic feedback“ wurde von In Pursuit of Otherwise Possibilities (IPOP) entwickelt, einer in Amsterdam ansässigen Plattform, die sich mit queerer Performance-Pädagogik beschäftigt. Szymon Adamczak ist Dramaturg, Autor, Theater- und Performance-Macher und arbeitet interdisziplinär. Er hat ein vitales Interesse an HIV-bezogener Kultur und transnationalem Queer-Aktivismus. alex blum ist trans* Choreograf*in, Performer*in, politische*r Pädagog*in und somatische*r Aktivist*in.
  • Ort: Probebühne Theaterwissenschaft neben Residenz Schauspiel Leipzig
  • Sprache: Englisch

Praxis: „MUT-Muskel!“
Workshop mit Radikale Töchter
In ihren Workshops vermitteln die Radikalen Töchter Ansätze der Aktionskunst und des künstlerischen Aktivismus, ausgerichtet auf die Grundwerte des demokratischen Zusammenlebens und die Herausforderungen unserer Zeit. Mit ihrer Arbeit befähigen sie (nicht nur) junge Erwachsene, mit den Mitteln der Aktionskunst ihre Anliegen und Ziele zu formulieren und Wege zu entwickeln, diese zu erreichen.
  • Ort: Werkschauhalle 12

13:00 - 14:00 Gemeinsame Mittagspause
  • Ort: Werkschauhalle 12

14:00 - 15:30 Arbeitsphase II: Workshops & Diskursformate
Wissen: „Performance vs. Embodying"
Die in Bern lebende südafrikanische Künstlerin Ntando Cele entwickelt seit 2005 Theater- und Performanceprojekte und löst die Grenzen zwischen physischem Theater, Videoinstallation, Stand-up-Comedy und Performance virtuos auf. In ihrem Workshop eröffnet sie einen performativen Zugang zu Antidiskriminierung. 2014 gründete sie zusammen mit Raphael Urweider und Simon Ho die Kompanie Manaka Empowerment Prod, mit der sie sich auf humorvolle und charmante Weise mit Identität, Rassismus und Stereotypen auseinandersetzt und unterschiedliche (Antidiskriminierungs-) Perspektiven aufzeigt, indem sie fragt: „What is the difference between performing and embodying a character or a story? Using failure, we draw from our artistic expressions and examine the blind spots within our practices that hinder us from embracing other perspectives beyond what we expect."
  • Ort: Residenz Schauspiel Leipzig
  • Sprache: Englisch

Allianzen: „Queering Artistic Feedback“
Workshop und Austausch mit Reason NOW! – Residenzkünstler*innen, HELLERAU, Komuna Warszawa, Szymon Adamczak und alex blum (Teil 1)
Fortsetzung der Arbeitssession vom Vormittag
  • Ort: Probebühne Theaterwissenschaft neben Residenz Schauspiel Leipzig
  • Sprache: Englisch

Praxis: „MUT-Muskel!“
Workshop mit Radikale Töchter
In ihren Workshops vermitteln die Radikalen Töchter Ansätze der Aktionskunst und des künstlerischen Aktivismus, ausgerichtet auf die Grundwerte des demokratischen Zusammenlebens und die Herausforderungen unserer Zeit. Mit ihrer Arbeit befähigen sie (nicht nur) junge Erwachsene, mit den Mitteln der Aktionskunst ihre Anliegen und Ziele zu formulieren und Wege zu entwickeln, diese zu erreichen.
  • Ort: Werkschauhalle 12

14:00 - 15:00 „BLICKWECHSEL – Publika und Politiken der Darstellenden Künste“
Ein Dokumentarfilm von Janina Möbius, im Anschluss: Publikumsgespräch (Moderation: Steffen Klewar)
Die Beziehung zwischen Publika und Künstler*innen wird vor dem Hintergrund der aktuellen, auch durch die Pandemie gewachsenen gesellschaftlichen Herausforderungen und zunehmender Polarisierung wichtiger denn je. Möbius‘ neuer Film im Auftrag des Fonds nimmt diese Verbindung in den Blick und spürt in Interviews mit CHICKS*, Katharina Warda, Rimini Protokoll, Sibylle Peters, Julia Wissert, Peter Laudenbach und zahlreichen weiteren Persönlichkeiten aus Kunst, Kultur und Wissenschaft dem transformativen Potenzial der Darstellenden Künste nach.
  • Ort: Luru-Kino auf dem Gelände der Leipziger Baumwollspinnerei
  • Tickets: Eintritt frei

15:30 - 16:30 Pause

16.15 – 17.00 Uhr Über Gastfreundschaft und Körper
Eine Lecture Performance von Isabel Lewis (Berlin)
Isabel Lewis ist eine US-amerikanische Tänzerin, Performerin, Musikerin und bildende Künstlerin mit dominikanischen Wurzeln. Mit ihrer Arbeit erweiterte sie das Feld der zeitgenössischen Kunst um das Format der „Occasions“. Mit beharrlicher Experimentierfreudigkeit und Forschungsmethoden, die aus Körpererfahrungen entstehen, schafft Lewis alternative Formen der Sozialität zwischen menschlichen und nichtmenschlichen Entitäten. Für Lewis wohnt jedem Format bereits die Einordnung bestimmter Sinneswahrnehmungen inne. Dadurch wird die Art des Umgangs mit Formaten zu einer höchst politischen Frage. Der Fokus ihrer grundsätzlich kollaborativen Praxis liegt auf affektiven Körpererfahrungen, die alle Sinne ansprechen. Seit 2021 ist Isabel Lewis Professorin für Performance an der HGB Leipzig. In der Reisdenz hat sie 2022 die Produktion „Total Romance, Partial Repair“ produziert.
  • Ort: Residenz Schauspiel Leipzig
  • In englischer Sprache
  • Eintritt frei

17.15 Uhr – 18.00 Uhr Das Märchen der populistischen Narrative, basierend auf wahren Geschichten
Ein Keynote Vortrag von Fadi El Abdulla. Anschließend Gespräch mit Lina Majdalanie und Rabih Mroué anlässlich des Book Release „Sunny Sunday“. Moderation: Thomas Frank.
Als Fortsetzung der Auseinandersetzung um nationalistische Erzählungen der Produktion „Sunny Sunday“ entstand das Buch „Ein Sonniger Sonntag“, in dem der Performancetext von Moué und Majdalanie um Essays über die Konstruktion nationalistischer Erzählungen erweitert wurde.
Fadi El Abdulla diskutiert ins seiner Keynote Phänomene in der Kunst, die darauf abzielen, Mittels pseudo-historischer Erzählungen Traditionen als ausschließende und hegemoniale Strategie zu benutzen. Das anschließende Gespräch geht auch der Frage nach, welche Mittel zur Entmythologisierung geeignet sind.
  • Ort: Residenz Schauspiel L​​eipzig
  • In englischer Sprache
  • Eintritt frei

18:00 - 18:30 Möglichkeit zum Abendessen
  • Ort: Werkschauhalle 12

18:30 „WIR KRIEGEN EUCH ALLE!“
Dokumentarische Ost-Punkperformance über rechte Gewalt von WESSER | MECKERT
Ein Projekt über die letzten Tage der DDR und die chaotischen und gewaltvollen Jahre, die der Wiedervereinigung folgten: die sogenannten „Baseballschlägerjahre“. In Zusammenarbeit mit fünf früheren DDR-Punkmusikern von so namhaften Bands wie L’Attentat, IchFunktion oder Herbst in Peking u. a. entstand die Performance in einem mehrmonatigen, teils öffentlichen Prozess. Es wird laut, es wird wild, es wird zart. Der Theatersaal wird zu: Eckkneipe, Kirche, Wohnzimmer, Plattenbau, Punkkonzert – es darf getanzt werden!
Das inszenierte, partizipative Diskursformat WAS IST DENN DA IM OSTEN LOS zur Performance „WIR KRIEGEN EUCH ALLE!“ findet am 01.06. um 20:00 Uhr im LOFFT statt.

20:30 „Sunny Sunday
Performance von Lina Majdalanie & Rabih Mroué
Es war ein sonniger Sonntag, im Jahr 2016, als in einer kleinen Kirche, in einer kleinen Stadt in Polen, eine äußerst merkwürdige Hochzeit stattfand. Sie versammelte die Lebenden und die Toten, verband Fiktion und Wirklichkeit, Politik und Märchen.
Basierend auf einer wahren Begebenheit erkunden die libanesischen Künstler*innen Lina Majdalanie und Rabih Mroué jene hybriden, eklektischen Narrative und Symbole, die in den politischen Diskursen in Polen wirksam sind, und befragen deren gesellschaftspolitische Mechanismen. Die Story-Telling Performance von Mroué und Majdalanie entfaltet sich auf der Bühne ähnlich einer Graphic Novel entlang von Illustrationen des libanesischen Zeichners George Khoury (JAD).
  • Ort: Residenz Schauspiel L​​eipzig
  • In englischer Sprache mit deutschen Untertiteln

Veranstaltungsorte: LOFFT – DAS THEATER und Residenz Schauspiel Leipzig.

Team

GESAMTKURATION: Felizitas Stilleke
CO-KURATION: Franziska Werner
ASSISTENZ GESAMTKURATION: Kate Fenderl
SZENOGRAFIE: Philine Rinnert
MITARBEIT SZENOGRAFIE: Lotte Dohmen
TECHNISCHE LEITUNG + LICHTDESIGN: Anahí Pérez
TECHNISCHE ASSISTENZ: Rio Theis
KOMMUNIKATION: Sarah Rosenau
PRODUKTIONSLEITUNG: krass&krasser (Franziska Bald, Ann-Kristin Meivers, Lara Yilmaz)
PROJEKTLEITUNG FONDS: Björn Frers, Steffen Klewar
PROJEKTKOORDINATION FONDS: Anna Kondring
KOMMUNIKATION FONDS: Anne John, Carolin Meyer
GRAFIK: Uta Oettel
VIDEOGESTALTUNG: Roman Hagenbrock
ÜBERSETZUNG: Christopher Langer
„DIE KUNST, VIELE ZU BLEIBEN. Bundesweite Foren für Kunst, Freiheit und Demokratie“ ist eine Veranstaltungsreihe des Fonds Darstellende Künste in Kooperation mit dem Goethe-Institut, Chamäleon Berlin, fabrik Potsdam, FFT Düsseldorf, Hans Otto Theater Potsdam, HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste Dresden, HAU Hebbel am Ufer Berlin, Impulse Theater Festival, Kunstfest Weimar 2024, LOFFT – DAS THEATER Leipzig, OSTEN Festival Bitterfeld-Wolfen, Plattenstufen-Festspiele präsentiert vom PHOENIX Theaterfestival Erfurt, Residenz Schauspiel Leipzig, Societaetstheater Dresden, Sophiensӕle Berlin, Zentralwerk e.V. Dresden, Zirkustheater Festival Dresden. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen von NEUSTART KULTUR.

Komplettes Programm der Tour auf www.fonds-daku.de.