The Hairs Of Your Head Are Numbered

doublelucky productions (Berlin)
Der menschliche Körper begegnet uns zunehmend als Datenkörper. Bewegungen, Emotionen und Zustände werden vermessen, quantifiziert und in Daten verwandelt. Gleichzeitig sind quantifizierte Daten der Spiegel, in dem wir unsere Körper sehen. Während eine wachsende Anzahl von Menschen Vergnügen daran hat, mittels Life Tracking den eigenen Körper auf Schritt und Tritt zu überwachen, zu analysieren und in soziale Netzwerke zu kommunizieren, steht Smartphone-Usern eine App zur Verfügung, die anhand von Gesichtszügen die Gefühle anderer akkurat einschätzen kann. Auf der Cebit 2016 ließen sich Hunderte Menschen einen Chip unter die Haut pflanzen, über den sie mit ihrem SmartHome oder dem Bankautomaten kommunizieren können. War der Mensch bis vor Kurzem die analoge Lücke in der digitalen Welt, schließt sich diese Lücke mit unserer tatkräftigen Hilfe zusehends. Wir sind infiziert. Unsere Körper werden zunehmend zu Fremdkörpern. Und sind doch das Einzige, was wir haben. Aber wer sind wir? In ihrer neuen Performance „The Hairs Of Your Head Are Numbered“ macht die Berliner DigitalArts-Gruppe doublelucky productions den Körper zum Schauplatz: Mittels komplexer Technologien, die sie für die Theatersituation umprogrammieren, werden die Bedürfnisse und Defizite des Körpers in der digitalen Verstärkung spürbar. Gleichzeitig zielt die Arbeit darauf ab, das enorme Manipulationspotential solcher Technologien aufzuzeigen.

DOUBLELUCKY PRODUCTIONS interessieren sich für die unsichtbaren Infrastrukturen, die unsere gesellschaftliche, ökonomische und private Lebenswelt bestimmen: von High Frequency Trading über Smartphone-Monitoring zu Social Media Bots. Im Bühnenraum schaffen sie Situationen, die diese digitalen Architekturen offenlegen und erfahrbar machen. Mit vielen Kabeln, vielen Informationen, gelegentlichen Widersprüchen und ausgleichendem Charme. Seit 2004 entwickelt die Berliner Gruppe um Chris Kondek und Christiane Kühl mit einem festen Kern von KünstlerInnen in wechselnden Besetzungen Performances und Installationen, die national und international touren. Zuletzt „YOU ARE OUT THERE“ (2017) zu Fluch und Segen digitaler Doppelgänger, „Distinguishing Marks“ (2017) über die Digitalisierung von Staat und Gesellschaft Estlands sowie die Hacker-Performance „Anonymous P.“ (2014). Ihre Arbeiten wurden zum Festival Politik im Freien Theater (Berlin 2007, Dresden 2010, Freiburg 2014) sowie zum Festival Impulse 2016 eingeladen; ausgezeichnet u. a. vom Goethe-Institut und 3sat/ZDFtheaterkanal. www.doubleluckyproductions.org

Dank an: Maximilian Gotzler/Flowgrade, Prof. Dr. Steffen Mau, Stephan Tuchscherer a.k.a. Graf Natural
mehr anzeigen
Leipzig-Premiere am 28. Januar 2018

Nächste Termine

https://www.schauspiel-leipzig.de Schauspiel Leipzig Bosestraße 1, 04109 Leipzig
Fr, 12.01. 20:00
Voraufführung
Residenz
https://www.schauspiel-leipzig.de Schauspiel Leipzig Bosestraße 1, 04109 Leipzig
Sa, 13.01. 20:00
Voraufführung
Residenz
https://www.schauspiel-leipzig.de Schauspiel Leipzig Bosestraße 1, 04109 Leipzig
So, 28.01. 20:00
Premiere
Residenz
https://www.schauspiel-leipzig.de Schauspiel Leipzig Bosestraße 1, 04109 Leipzig
Mo, 29.01. 20:00
Residenz
https://www.schauspiel-leipzig.de Schauspiel Leipzig Bosestraße 1, 04109 Leipzig
Di, 30.01. 20:00
Residenz
https://www.schauspiel-leipzig.de Schauspiel Leipzig Bosestraße 1, 04109 Leipzig
Mi, 31.01. 20:00
Residenz

Team

Konzept, Regie, Text: Chris Kondek, Christiane Kühl
Bühne & Kostüm: Doris Dziersk
Komposition & Musik: Hannes Strobl
Video: Phillip Hohenwarter, Ruth Stofer
Interaction Design: Anna O.
Electronics Engineering: Grzegorz Zając
Data Visualization: Kim Albrecht
Recherche und dramaturgische Mitarbeit: Maria Rößler
Licht & technische Leitung: Marc Zeuske
Produktionsleitung: Katja Kettner
Regieassistenz: Clara Romstedt
Assistenz Bühne & Kostüm: Sarai Feuerherdt
Performance: Joséphine Evrard, Chris Kondek, Christiane Kühl, Anna O.
Eine Produktion von doublelucky productions, in Koproduktion mit HAU Hebbel am Ufer Berlin, Münchner Kammerspiele, Ringlokschuppen Ruhr, Schauspiel Leipzig.

Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds Berlin.