Saddest Smile

Ein Comic-Abend mit schicksalhaften Geschichten über Einsamkeit und Verlust, Dating und bizarre Begegnungen.
Mit: Lina Ehrentraut, Leonie Ott & Mazlum Nergiz und Toni Stakenkötter

„KOMA“

In der Graphic Novel „KOMA“ von Leonie Ott & Mazlum Nergiz erfährt ein Mann vom Unfalltod seines Bruders. Er trennt sich von seinem überbehütenden Partner und fliegt ins Ausland, um einen Vortrag über autobiografische Täuschungen in der Literatur zu halten. In der fremden Metropole angekommen, beginnt er zwischen der leeren Arbeitswohnung und den städtischen Cruising-Spots zu pendeln: dem dunklen Darkroom einer Schwulenbar, dem nahezu vergessenen Teil eines Skulpturenparks, einer verlassenen Autowaschanlage. Doch je tiefer er in der Szene versinkt, desto gnadenloser wird er von den Erinnerungen an seinen Bruder heimgesucht. Ein kompromissloser Text von Mazlum Nergiz, den Leonie Ott durch ihre mal albtraumhaften, mal versöhnlichen Bilder cruisen lässt.

Mazlum Nergiz schreibt Prosa, Essays und Theaterstücke, zuletzt „1000 Eyes“, „Am Fluss“ und „KARL MAY“ (gemeinsam mit Enis Maci). Er ist Absolvent der Amsterdamer Academie voor Theater en Dans. 2021 verlieh ihm das Schauspielhaus Wien das Hans-Gratzer-Stipendium für sein Theaterstück „COMA“, das die Grundlage für die hier veröffentlichte Graphic Novel bildet. Er entwickelt Kollaborationen mit Künstler:innen für Theater, Film, Radio und Galerien.

Leonie Ott studierte Kunstgeschichte und Theaterwissenschaft in Berlin und Paris. Zuletzt erschienen die Zines „KOMA“Dr. Hobbes & Saumücke Vol. 2“, „I want to see a strong production“ sowie künstlerische Kollaborationen u. a. mit hannsjana, Federico Luz und Jchj V. Dussel. Seit 2022 leitet sie gemeinsam mit Johanna Maierski und Aisha Franz die Comic-Programmreihe „Colorama Clubhouse“.

„KOMA“ von Leonie Ott & Mazlum Nergiz ist 2023 im MÄRZ Verlag erschienen.

„Die eigene Arbeit“

„Die eigene Arbeit“ von Toni Stakenkötter zeigt eine Interviewsituation, in der es um künstlerisches Schaffen geht. Neben konkreten Projektbeschreibungen werden auch philosophische und private Angelegenheiten geklärt. Das Setting soll eigentlich locker sein. Die Unterhaltung wirkt aber angespannt, verhakt sich zunehmend, und verirrt sich immer wieder in tragisch-komischen Absurditäten. Eine (fast) normale Gesprächssituation, wenn nur die Raubkatzen nicht wären…

Toni Stakenkötter hat an der Hochschule der Bildenden Künste Saar und der École supérieure des beaux-arts de Nîmes studiert. Sie arbeitet zwischen Comics, Zeichnungen und Malereien, gelegentlich Druckgrafiken und Installationen. In dialoghaften Narrationen verhandelt Toni Stakenkötter soziale Interaktionen innerhalb prähistorischer, fiktionaler oder alltäglicher Kontexte. Ihre Arbeiten erscheinen in Ausstellungskontexten, Literaturmagazinen und auf Comic-Festivals.

„DOGGY STYLE“

In „DOGGY STYLE“ von Lina Ehrentraut steht Einsamkeit neben Sex, schräge Dialoge neben der Depri-Stimmung der Hauptfigur. In zackigen schwarz-weißen Linien und Flächen erzählt Lina Ehrentraut eine alltägliche Geschichte über Dating und Freundschaft, in der ein ungeliebter Hund eine schicksalhafte Rolle spielt. Eine genau beobachtete Alltagssituation, die sich mehr und mehr zu einer witzig-grotesken und verstörenden Fiktion entwickelt.

Lina Ehrentrauts Arbeit verbindet Comic, Fashion, performative Lesung, Illustration und Malerei. Dabei kreisen die Themen um alltägliche, soziale und emotionale Aspekte zwischenmenschlicher Beziehungen, Sex und Einsamkeit gemischt mit Sci-Fi Elementen. Lina ist Teil des SQUASH-Kollektivs, das seit 2021 die Snail Eye - Cosmic Comic Convention in Leipzig organisiert. 2021 erschien der Comic „Melek+ich“ bei Edition Moderne.
„DOGGY STYLE“ von Lina Ehrentraut ist im Februar 2024 bei ROTORPRESS erschienen.
AAAHHHNNNDDDIII (they/them) ist ein*e nicht-binäre*r international tourende*r Musik-Performer*in. In Leipzig produziert they their multimediale Bühnenshow, designed Schmuck aus Glas und co-organisiert lokale Comic- und Musikevents.
Plakat: Lina Ehrentraut
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Eine Kooperation von ROTORBOOKS & SQUASH im Rahmen des Lesefestivals der Leipziger Buchmesse „Leipzig liest“.
Moderation: AAAHHHNNNDDDIII