Bergbau und die Folgen

Gespräch über die Situation in Westpapua mit Nabil Ahmed (INTERPRT London) und Daniel Kötter (Artist in Residence, Berlin)
In Westpapua verwandelt seit den 1960er Jahren der US-amerikanische Bergbau-Konzern Freeport-McMoRan den 5.000 Meter hohen Grasberg, ursprünglich ein Heiligtum der indigenen Amungme-Bevölkerung, in eine mehrere Kilometer breite Tagebau-Grube, durchlöchert von Tausenden Kilometern von Schächten und Tunneln. Die Mine wird gegen lokalen Widerstand rigoros abgeschottet und von indonesischer Polizei und Militär gesichert. Zugleich filtern außerhalb dieser Sonderzone mehr als 19.000 illegale Bergleute den quecksilberhaltigen Abraum im Flussbett nach Goldstaub. Und der weltweit größte zusammenhängende Mangrovenwald, Lebensumfeld der indigenen Gemeinschaften, ist bedroht vom Freeport-Hafen, von dem aus industrieller Gold- und Kupferstaub exportiert wird.
In ihrem Projekt „GOLD“ aus der Serie „landscapes and bodies“ nähert sich das KünstlerInnen-Team Kötter/Israel/Limberg diesen Praktiken zusammen mit dem indonesischen Experimentalmusiker Ikbal Lubys, dem papuensischen Performer Darlane Litaay und der papuensischen Performerin und Aktivistin Agustina Helena Kobogau.
Premiere ist am 22. November in der Residenz.

Das Gespräch mit Nabil Ahmed führt in das Thema ein und diskutiert Aneignungsstrategien.

Nabil Ahmed ist Gründungsmitglied des umweltaktivistischen Projekts INTERPRT, das sich investigativ mit Raumanalysen und Faktenbeschaffung für die Zivilgesellschaft beschäftigt und sich mit globalen Kampagnen für die Anerkennung des Ökozids als internationales Verbrechen einsetzt. Er hat Langzeitstudien über den Westpapua-Konflikt erstellt und seine Erkenntnisse sowohl in wissenschaftlichen als auch in künstlerischen Foren publiziert. Nabil Ahmed promovierte am Centre for Research Architecture des Goldsmith College in London und ist dort mit dem Kollektiv Forensic Architecture assoziiert, das in Deutschland vor allem mit einem Beitrag zur Documenta 14 bekannt wurde.
Derzeit ist Nabil Ahmed Stipendiat an der School of Anthropology der Universität Oxford.

http://www.interprt.org/
https://forensic-architecture.org/

Eintritt frei
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