Total Therapy

Interrobang (Berlin)
In „Total Therapy“ nimmt die Performancegruppe Interrobang die Pathologisierung immer weiterer Lebensbereiche unter die Lupe. Reale und fiktive Therapieformen werden versuchsweise auf gesellschaftspolitische Themen unserer Zeit angewandt: soziale Ungleichheit, Gefühlspolitik, Wutbürgertum, Wohlstandsverwahrlosung, Rückzug in Filterblasen, Einsamkeit.
„Total Therapy“ ist eine performative Gratwanderung zwischen Therapie und Theater, in der die Wechselwirkungen zwischen Privatem und Politischem erfahrbar werden. Interrobang erkunden, wie der Imperativ zur therapeutischen, oft von Spezialisten angeleiteten Selbstoptimierung mit veränderten spätkapitalistischen Produktions- und Lebensweisen zusammenhängt. Dafür wählen sie ein latent größenwahnsinniges Setting: Bekannte Therapieformate wie Familienaufstellung, Gestalttherapie, Psychodrama, Auto-Drama etc., die herkömmlicherweise der Behandlung von psychischen Problemen und Krankheiten dienen, werden bewusst zweck­entfremdet und auf global-politische Themen wie soziale Ungleichheit, Migration und offene Gesellschaft angewendet. Diese provokative Reibung ermöglicht neue Sichtweisen auf die behandelten politischen Probleme und politisiert zugleich die Sphäre des Privaten. Die Therapie der gesellschaftlichen Verhältnisse legt das Therapeutische selbst als eine politische Machtstruktur frei.

Das Performancekollektiv Interrobang produzierte zuletzt in der Spielzeit 2016 / 2017 sein vielbeachtetes Stück „Der Prozess 2.0“ nach Motiven von Franz Kafka in der Residenz.


www.interrobang-performance.com
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Leipzig-Premiere im April 2019

Team

Konzept: Interrobang
Von und mit: Bettina Grahs, Lisa Großmann, Kaja Jakstat, Elisabeth Lindig, Till Müller-Klug, Lajos Talamonti, Nina Tecklenburg
Bühne & Kostüme: Silke Bauer
Musik: Friedrich Greiling
Lichtdesign & Technische Leitung: Dirk Lutz
Produktion: ehrliche arbeit – freies Kulturbüro
Öffentlichkeitsarbeit: Tina Ebert
Hospitanz: Miriam Bach
Fotos: Paula Reißig

Eine Produktion von Interrobang in Koproduktion mit Sophiensaele Berlin, Schauspiel Leipzig und WUK Performing Arts Wien.

Gefördert durch die Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa und die Konzeptionsförderung des Fonds Darstellende Künste e. V. – aus Mitteln des Bundes.