Frau Ada denkt Unerhörtes (UA)

von Martina Clavadetscher
// Eingeladen zum Heidelberger Stückemarkt 2020
// Eingeladen zu den Autorentheatertagen am Deutschen Theater Berlin 2020

Von den Persönlichkeiten, die augenscheinlich im falschen Zeitalter geboren wurden, ist sie eine der schillerndsten: Ada Lovelace, die 1852 früh im Alter von 36 Jahren starb und heute als Visionärin des Digitalzeitalters gilt. Lovelace setzte sich mit wissenschaftlichen Arbeiten des Mathematikers Charles Babbage auseinander und prophezeite, dass Maschinen in Zukunft nicht nur rechnen, sondern auch Sprache und sogar Musik darstellen können.


Martina Clavadetschers Frau Ada beschäftigt sich im Sterben mit dem Phantasma eines optimierten Körpers, dem Krankheit nichts anhaben kann. Wie in einem surreal-visionären Fiebertraum rekonstruiert sie im rasanten Dialog mit ihren Kinderpuppen Figuren, die ihr Leben prägten. Ihre Leidenschaften, Erfolge und Niederlagen blitzen auf. Es folgt ein Zeitsprung in ein Forschungslabor unserer Gegenwart, in dem drei ambitionierte Wissenschaftler an einer künstlichen Intelligenz arbeiten. Diese entwickelt nach und nach ein eigenes Bewusstsein, nennt sich Ada und gerät in eine sich immer weiter radikalisierende Selbstoptimierungsschleife.


Erfolgreich in der Diskothek uraufgeführt, stellt „Frau Ada denkt Unerhörtes“ aktuelle Fragen über unsere Verantwortung im sogenannten Digitalzeitalter. Das Stück der vielfach ausgezeichneten Schweizer Autorin Martina Clavadetscher ist seit seiner Premiere im September 2019 im Repertoire des Schauspiel Leipzig.
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Pressestimmen

Kunst und Technik
Jawohl „Frau Ada denkt Unerhörtes“ ist ein passender Text zur Zeit. Die Autorin Martina Clavadetscher holt uns eine Pionierin neuen Denkens heraus aus der Vergessenheit.
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Leipzig Almanach
Julius Forster und Felix Axel Preißler eignen sich in erstaunlicher Präzision das Puppenhafte an, sind schon gar keine menschlichen Körper mehr, um dann rasant in klamaukige Spielszenen zu springen. Etwa in den Kongress, an dem Ada (Katharina Schmidt) teilnimmt und Sir Babbage (Felix Axel Preißler) kennenlernt, zu dessen Erfindung sie ihre berühmten Programmiernotizen, die „Notes“ verfasste. Der Wechsel zwischen Mensch und Maschine ist nur eine der Facetten, die an Katharina Schmidt so überzeugen.
Leipziger Volkszeitung
„Schmidt übersetzt die inneren Kämpfe der historischen Ada in ein herausragendes Minenspiel mit vor Gier funkelnden Augen. […] Und ebenso beeindruckend verwandelt sie sich im Labor unmerklich vom Roboter mit monotoner Computerstimme in ein vom Menschen nicht unterscheidbares Konstrukt. […] Eine fließende Metamorphose, die sich in dem klug komponierten und choreografierten Abend leitmotivisch in der Bewegungssprache abbildet.“
Schweizer Buchjahr
„Martina Clavadetscher hat in ihrem Theaterstück aus dem kurzen Leben von Ada Lovelace einen regelrechten Fieberrausch geschaffen. Damit umgeht sie gekonnt die Hürde, eine ganze Biographie bühnentauglich zu verarbeiten, und verdichtet den inneren Konflikt dieser hin- und hergerissenen Frauenfigur zu einer mitreißenden Versuchsanordnung. […] Regisseurin Katrin Plötner übersetzt diesen Kampf von Clavadetschers Protagonistin auf der Bühne mit einfachsten Mitteln in eine faszinierende Körperlichkeit. […] Dazu ist es eine große Freude, Katharina Schmidt in der Hauptrolle zuzusehen. Ihr gelingt eine mitreißende Verkörperung einerseits der zerbrechlichen Ada, andererseits des furchteinflößenden, völlig emotionslosen ES.“
Süddeutsche Zeitung
Die junge, empathisch sich in Ada hineindenkende Katharina Schmidt ist mitreißend in dieser Rolle. Im schwarzen Samtkleid gegenüber der Mutter oft eine gebeugte Haltung einnehmend, erwacht sie auf den Schwingen des Intellekts zu ansteckender Kraft und Größe.
Uraufführung am 27. September 2019

Spieldauer

ca. 1:20, keine Pause

Team

Kostüme: Johanna Hlawica
Dramaturgie: Benjamin Große
Licht: Thomas Kalz
Theaterpädagogische Betreuung: Babette Büchele

Trailer