Handle with Care

Eine praktische Anleitung
Gob Squad (Berlin) & Leipziger Nachbar*innen / Artists in Residence
„Stories bring us together, untold stories keep us apart.“ – Elif Shafak: How to Stay Sane in an Age of Division
„Wenn du einsam und traurig bist, wenn das Leben dich runterzieht oder krank macht, dann… kocht Oma oder Papa, deine beste Freundin oder dein Nachbar dir eine heiße Suppe. Und während ihr gemeinsam die Suppe schlürft, stellt ihr euch vor, was die Welt braucht, um besser zu sein. Ja, klar! Die meisten von uns leben allerdings weit weg von dieser fiktiven Oma oder Familie, kennen noch nicht einmal den Namen der vermeintlich freundlichen Nachbarin, und der beste Freund hat gerade mit seinem eigenen Scheiß zu kämpfen.“ - Gob Squad

In einer Welt, die Profit über Care-Arbeit stellt, haben sich das deutsch-britische Kollektiv Gob Squad entschlossen, seine Nachbarschaft kennenzulernen. Zusammen mit lokalen Gästen übernehmen sie die Bühne der Residenz, um dort gemeinsam zu kochen, zu reden, zu essen und zu singen – und zu fragen, unter welchen Bedingungen Menschen hier zusammenkommen können. „Handle with Care“ ist auf der Suche nach neuen Gemeinschaften, Zugängen und nach einer besseren Welt.

Statt auf flüchtige Begegnungen setzen Gob Squad diesmal auf die Entwicklung einer Beziehung und das Teilen von Autorenschaft mit den Beteiligten. Im Zentrum des Projekts stehen Fragen nach Teilhabe, Empathie und Verantwortung: Wem gehört hier was und warum? Wer hört wem zu und wer wird nicht gehört? Wen kümmert was, und wer kümmert sich um wen? Und in welcher Form? Und warum findet diese Arbeit so oft im Verborgenen statt?
Sie öffnen die Türen des Theaters und suchen nach Wegen uns über Hindernisse von Sprache, Klasse, Alter, Kultur und andere demografische Merkmale hinwegzusetzen: Was kann hier gemeinsam getan werden? „Handle with Care“ versucht kulturelle Teilhabe, Entertainment und experimentelles Theater zusammen zu denken und eine Situation zu schaffen, die verbindet statt trennt. Im Idealfall wächst eine Gemeinschaft, die sich im Verlauf des Abends so ausdehnt, dass Gäste und Einladende nicht mehr voneinander zu unterscheiden sind. Alle helfen mit.

Gob Squad sind ein britisch-deutsches Kollektiv aus Berlin, das seit 1994 zusammen an Live-Performances im Grenzbereich von Theater, Kunst und Medien arbeitet. Auf der Suche nach Schönheit und Relevanz im Alltäglichen platzieren sie ihre Werke sowohl in Theatern als auch mitten in der urbanen Lebenswelt. Utopische Szenarien treffen auf die Realität einer konkreten Situation, deren Ausgang oft ungewiss ist. Durch das Schaffen von alternativen Begegnungsräumen und Formaten leisten Gob Squad seit ihren Anfängen einen Beitrag, um zwischenmenschliche Barrieren abzubauen. Mit der Residenz haben Gob Squad zuletzt „1984 — Back to No Future“ koproduziert.
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Pressestimmen

Berliner Zeitung
„Immer wieder geht kurz das Licht aus, und wenn es wieder angeht, sind alle rund um die Tafel zu einem Tableau erstarrt, ein Bild von Gemeinschaft, bei dem man Abendmahl-Assoziationen bekommt. Es ist ein Ritual, das sich hier entfaltet, und man spürt die Zurückhaltung von Gob Squad, die hier viel ermöglicht, aber wenig inszeniert haben."
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LVZ
„Eine Suppe wärmt das Herz. „Handle with Care“ gelingt das mit Bravour.“
nachtkritik
Handle with Care ist, wie schon der Titel andeutet, eine Hommage an die Care-Arbeit in ihren vielfältigen Ausprägungen. Was normalerweise im Unsichtbaren geschieht, wird auf die große Bühne geholt. [...] Gob Squad selbst halten sich zurück und performen als Moderator:innen und Übersetzer:innen mit einem Hang zur gepflegten Selbstironie.“
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rbbKultur
„wirklich ein Erlebnis“
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Tagesspiegel
„Nicht über Menschen reden – mit Menschen reden. Von diesem Spirit ist auch „Handle with Care“ beseelt. Und genau das macht diesen Abend wertvoller als vieles, was sonst im Theater zu erleben ist."
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Leipzig-Premiere am 25. Januar 2024
Residenz in der Spinnerei

Nächste Termine

Team

Konzept & Regie: Gob Squad
Von und mit: Johanna Freiburg, Haifa, Sean Patten, Salma Salaheldin, Sharon Smith, Berit Stumpf, Neam Tarek, Sarah Thom, Bastian Trost, Simon Will
ChorAlle ZEOK e.V.: Isabel Herling (Organisation), Shira Bitan (Leitung), Teresa, Natalie Adakh, Chiara Huerta Delacor, Rudaba Badakhshi, Christopher Brückmann, Melanie Grieser, Katrin Pausch, Andreea Moises, Olga Taschirewa, Francillia Soazara, Martin Rosenbaum, Marcus Fischer, Miriam Moch, Michal Greenberg, Susan Herling, Gal Levy
Kültür Kollektiv Leipzig e.V.: Selda Işkın Çolak (Leitung), Öznur Özkaya, Francis Grey, Gülceren Tepe, Can Doğan, Cornelia Klippenstein, Emre Çolak
Das Japanische Haus e.V./ponpoco: Ikuko Komiyama, Mayuko Yamamoto, Mako Fukuda, Ryo Hiratoko, Miyu Matsuki, Olesia Dmitrieva, Kenji Kagenishi
Haus der Begegnung VILLA e.V.: Betty Gruender (Leitung), Sylvia Sekul, Mathilda Feske (Praktikum), Renate Wachowiak
Café kaputt und leben.lernen.leipzig e.V.: Lisa Kuhley (Mitglied Organisationsteam)
Sounddesign: Manuela Schininà
Videodesign: Miles Chalcraft, Noam Gorbat
Kostüme: Emma Cattell, Sarah Thom
Bühne und Technische Leitung: Amina Nouns
Lichtdesign: Max Wegner
Dramaturgie und Produktionsleitung: Christina Runge
Künstlerische Mitarbeit: Nora Vollmond
Outreach & Koordination Leipzig: Christopher Utpadel, Salma Salaheldin
Produktionsassistenz Leipzig: Helene v. Schirach
Hospitanz Leipzig: Sanja Heitsch
Regiehospitanz Berlin: Felix Zilles-Perels
Kostümhospitanz Berlin: Bita Asadi
Videohospitanz Berlin: Eliana Malena Bussas
Company Management: Marta Hewelt
Funding & Financial Planning: Caroline Gentz, Eva Hartmann (bis Juli 2023)
Touring & Public Relations: Talea Schuré
Financial Planning & Production: Grischa Schwiegk

Handle with Care ist eine Produktion von Gob Squad. In Koproduktion mit HAU Hebbel am Ufer Berlin, Schauspiel Leipzig und HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste Dresden.

Gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt und vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Gob Squad Arts Collective erhält Förderung im Rahmen des Konzeptförderungszeitraumes 2020 – 2023 des Landes Berlin, Senatsverwaltung für Kultur und Europa.

Mit besonderem Dank an Rhiannon White vom britischen Künstler*innenkollektiv Common Wealth für die kontinuierliche Beratung und professionelle Unterstützung in allen Fragen bei der Entwicklung von Handle with Care; sowie Stella Konstantinou und das Team von HAU to connect, dem Vermittlungsprogramm des HAU Hebbel am Ufer Berlin, an dessen Praxis wir anknüpfen.