Lazarus

David Bowie & Enda Walsh
Nach dem Roman „The Man Who Fell To Earth” von Walter Tevis
Deutsch von Peter Torberg
Als David Bowie 1976 in Nicolas Roegs Film „Der Mann, der vom Himmel fiel“ als Thomas Jerome Newton zu sehen war, schien es manchem Zuschauer, als spiele der britische Sänger sich schlicht selbst. Die Rolle des Außerirdischen, dem die Erdschwerkraft mitunter zu viel wird, schien Bowie mit seiner ätherischen Erscheinung wie auf den Leib geschrieben — und das nicht nur aufgrund seiner Körperlichkeit: Das Thema des Fremden, der in einer profitgierigen Welt strandet, an der er schließlich — trotz großen Erfolges — zerbricht, war Bowie selbst sicher nur allzu vertraut.

Und es ist sicherlich kein Zufall, dass von allen Masken und Metamorphosen des Ausnahmekünstlers Bowie ausgerechnet diese eine späte Auferstehung feiert. Vierzig Jahre nach dem Film plant Bowie, Thomas Jerome Newton ein neues Projekt zu widmen: eine Fortsetzung der Story als Musical. Gemeinsam mit dem irischen Dramatiker Enda Walsh entwirft er die Vision eines Newton, der, alterslos und unfähig zu sterben, nur noch Gin trinkend und synthetische Süßigkeiten verschlingend vor dem Fernseher sitzt. Um ihn herum führen reale und imaginäre Figuren Szenen aus Newtons Vergangenheit auf und lassen gleichzeitig die Gegenwart zu einem rätselhaft-verworrenen „Fiebertraum“ (Enda Walsh) werden. Ein namen- und schicksalloses Mädchen gibt ihm die Hoffnung, doch noch auf seinen Heimatplaneten zurückkehren zu können. Die halluzinogene Reise Newtons in die Abgründe seines Seins wird getragen von der gleichzeitig hymnischen und ätherischen Musik David Bowies — Welthits wie „Life on Mars?“, „Absolute Beginners“ und „Sound and Vision“ werden ergänzt von eigens für das Musical entstandenen Songs — den letzten, die Bowie geschrieben hat.

Denn zur gleichen Zeit, als Bowie dieses, sein letztes großes Projekt in Angriff nimmt, wird Krebs bei ihm diagnostiziert; nur wenige Wochen nach der Uraufführung stirbt „Der Mann, der vom Himmel fiel“ — und so wird die Wiederbegegnung mit Newton zu Bowies künstlerischem Vermächtnis, zu einem Requiem für sich selbst. Ein kühl-melancholischer Rückblick, gleichzeitig eine Abrechnung mit dem Abschiednehmen und eine Feier des Eigensinns, des Andersseins.
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Pressestimmen

Freie Presse
„In purer Begeisterung geht ‚Lazarus‘ zu Ende.“
kreuzer
„Das Ensemble meisterte David Bowies ‚Lazarus‘ mit Handwerksbravour.“
KULTURA-EXTRA
„Dass [Christopher] Nell großartig singen und schauspielern kann, hat er schon in Produktionen von Robert Wilson am Berliner Ensemble bewiesen. Auch als Thomas Jerome Newton macht er in der ersten Regiearbeit von Fritsch-Darsteller Hubert Wild am Schauspiel Leipzig eine gute Figur. […] Nell steht vor allem im Zentrum einer großen Ensembleleistung, aus der neben ihm gesanglich vor allem Anna Keil, Luise Schubert als Newtons Assistentin Elly und Dirk Lange als schwuler Lederrocker und düsterer Killer Valentine herausragen.“
Kunst und Technik
„Stephan König ist ein begnadeter Pianist und so kommen statt brachialer Drums und Gitarren-Beats die weicheren Komponenten von Bowies Songs zur Geltung.“
LVZ
„Anna Keil tänzelt das Mädchen überzeugend als Traumfigur. Als Gegenpart, ganz in Schwarz, bricht wie eine Naturgewalt immer wieder Valentine in die Szenen ein, dessen Zynismus Hoffnungen erdrückt. Mit herausragender Präsenz gespielt von Dirk Lange.“
MDR Kultur
„Die Inszenierung des Schauspiels schafft es nun, Bowies Musik sehr professionell und mitreißend zu präsentieren: Das ist kein Stadttheater-Musical, sondern wirklich erste Liga!“
Meine Kirchenzeitung
„Regie führte in Leipzig der Sänger und Schauspieler Hubert Wild, das raumgreifende Bühnenbild schuf Susanne Münzner, die sehenswerten Kostüme Dagmar Elizabeth Mecca und die planetarischen, zum Teil witzigen Videoinstallationen Heta Multanen. Viele Beteiligte mehr auf und hinter der Bühne tragen zum Erfolg dieses fantastischen Theaterabends bei – allesamt ‚Heroes for one day‘, denen Applaus gebührt.“
mephisto 97.6
„Regisseur Hubert Wild weiß das gewaltige Bühnenbild von Susanne Münzner beeindruckend zu bespielen. […] ‚Lazarus‘ wirkt wie ein Stück Broadway, das nach Leipzig gebracht wurde.“
nachtkritik.de
„In Gesang und besonders in ihrer Körpersprache glänzt […] Anna Keil als das Mädchen wie ein Stern. Ihre kleinen Zuckungen, Drehungen, Körperwiegen und Kopfbewegungen sind von besonderem Ausdruck, da klingt mehr an als typische Musicaldarstellung. In dieser Hinsicht ist Dirk Lange hervorzuheben. […] Lange agiert so überschießend mit gestelztem Gang, großem Gestus und grimassierendem Gesichtsspiel, dass er zugleich auch eine Musical-Parodie ist. […] Bei ihm ist eine leise Warnung zu spüren, Pop als Masseninszenierung nicht einfach hinzunehmen, davor, dass bloßes Schwelgen auch Gefahren beinhaltet.“
Neues Deutschland
„[D]ie unglaubliche Anna Keil als Mädchen in Weiß, eine Fiktion Newtons, aber mit was für einem starken Ausdruck!“
Sächsische Zeitung
„Ordentlich trumpft die Liveband auf. Die Inszenierung setzt auf visuelle Effekte und geschickte Lichtinszenierungen. […] Die Spielerleistung nötigt Respekt ab. Kletter- und Tanzeinlagen haben akrobatische Ausmaße.“
Premiere am 15. Juni 2019

Nächste Termine

https://www.schauspiel-leipzig.de Schauspiel Leipzig Bosestraße 1, 04109 Leipzig
Sa, 14.09. 19:30 — 21:20
Wiederaufnahme
Große Bühne
19:00
Einführung im Rangfoyer
https://www.schauspiel-leipzig.de Schauspiel Leipzig Bosestraße 1, 04109 Leipzig
So, 15.09. 16:00 — 17:50
mit Audiodeskription, mit Kinderbetreuung
Große Bühne
15:30
Einführung im Rangfoyer
https://www.schauspiel-leipzig.de Schauspiel Leipzig Bosestraße 1, 04109 Leipzig
Fr, 04.10. 19:30 — 21:20
Große Bühne
https://www.schauspiel-leipzig.de Schauspiel Leipzig Bosestraße 1, 04109 Leipzig
Di, 29.10. 19:30 — 21:20
Große Bühne
https://www.schauspiel-leipzig.de Schauspiel Leipzig Bosestraße 1, 04109 Leipzig
Sa, 14.12. 19:30 — 21:20
Große Bühne
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Di, 31.12. 20:30 — 22:20
Große Bühne
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Fr, 24.01. 19:00 — 20:50
mit Audiodeskription
Große Bühne
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Sa, 15.02. 19:30 — 21:20
Große Bühne
https://www.schauspiel-leipzig.de Schauspiel Leipzig Bosestraße 1, 04109 Leipzig
Fr, 20.03. 19:30 — 21:20
Große Bühne
https://www.schauspiel-leipzig.de Schauspiel Leipzig Bosestraße 1, 04109 Leipzig
Sa, 11.04. 19:30 — 21:20
Große Bühne
https://www.schauspiel-leipzig.de Schauspiel Leipzig Bosestraße 1, 04109 Leipzig
Sa, 23.05. 19:30 — 21:20
Große Bühne
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So, 14.06. 19:30 — 21:20
Große Bühne
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Do, 16.07. 19:30 — 21:20
mit Audiodeskription
Große Bühne

Spieldauer

ca. 1:50, keine Pause

Besetzung

Christopher Nell als Thomas Jerome Newton
Tilo Krügel als Michael
Julia Zabolitzki als Japanerin / Maemi
Christine Fischer, Daniela Keckeis, Enis Turan als Teenage Girls
Anna Keil als Mädchen, später Marley
Dirk Lange als Valentine
Stephan König (Klavier, Keyboard 1), Melchior Walther (Keyboard 2), Frank Nowicky (Saxophon), Matthias Büttner (Posaune), Lars Kutschke (E-Gitarre 1), Georg Spieß (E-Gitarre 2), Jacob Müller (Bassgitarre), Dominique Ehlert (Schlagzeug) als Live-Musiker

Team

Musikalische Leitung: Stephan König
Dramaturgie: Georg Mellert
Choreographie: Salome Schneebeli
Musikalische Einstudierung: Stephan König, Melchior Walther
Sprachcoaching Japanisch: Nao Sakata
Licht: Carsten Rüger

Silvester 2019

Die Vorstellung von „Lazarus“ am 31.12.2019 findet im Rahmen unseres Silvesterprogramms statt. mehr lesen

„Lazarus“ wird präsentiert mit freundlicher Genehmigung von Robert Fox, Jones/Tintoretto Entertainment sowie des New York Theatre Workshop.