Onkel Wanja
Es ist ein Kommen und Gehen auf dem Landgut. Wobei, wer erst mal dort angekommen ist, mag eigentlich gar nicht wieder gehen. Höchstens für ganz kurze Zeit, um woanders wichtige Dinge zu erledigen. So wie der Arzt Astrov, der sich um die Kranken des Distrikts kümmert — und um seinen Wald, der in Astrovs Augen eigentlich sein akutester Patient ist, bedroht durch Raubbau und Flächenfraß.
Onkel Wanja verwaltet das etwas heruntergekommene Gut — und ein bisschen auch die Menschen, die dort nach und nach aufgelaufen sind: Wanjas Mutter, die auf dem abgelegenen Landgut trotzdem Anschluss halten möchte an die gedanklichen Strömungen der Zeit. Wanjas Schwager, den Professor, der nach seiner Pensionierung weiter seinen Publikationen und Korrespondenzen nachgeht. Oder die zweite Frau des Professors, die junge und rätselhafte Elena, die die Tage auf dem Gut in Gedanken versunken verbringt.
So geschäftig und beschäftigt all diese Personen sind, mit dem Bereden ihrer Taten und dem Klagen über die Zumutungen, die die Welt ihnen dabei entgegenstellt — es kommt der Tag, an dem Onkel Wanja dämmert, dass all diese Personen in Wirklichkeit vielleicht: gar nichts tun. Vor allem nichts Bedeutendes. Und mit dieser Ahnung wird, einem chemischen Experiment gleich, eine Kettenreaktion freigesetzt: Eine bemerkenswerte Dynamik entsteht — aber sie verläuft anders als erwartet.
Anton Tschechow gelang es von 1895 bis 1904, sich mit den vier Stücken „Die Möwe“, „Onkel Wanja“, „Drei Schwestern“ und „Der Kirschgarten“ dauerhaft in die Theater- und Kulturgeschichte einzuschreiben. Arzt, der er war, sind seine Stücke von einem analytischen und genauen Blick auf die Gesellschaft geprägt. Was sein Blick dabei einfing, war seiner Zeit weit voraus — und führt tief in die theatralen Welten eines Samuel Beckett oder Jean-Paul Sartre.
Enrico Lübbe inszeniert Tschechows Drama noch einmal im Team mit Bühnenbildner Etienne Pluss und Kostümbildnerin Bianca Deigner. Seit 2013 entstanden in dieser Zusammenarbeit am Schauspiel Leipzig Inszenierungen, die das Haus prägten, wie etwa „Die Maßnahme / Die Perser“, „Faust 1 + 2“, „Woyzeck“ oder „Das kalte Herz“. Zugleich arbeitete Etienne Pluss u. a. an der Metropolitan Opera New York, am Royal Opera House Covent Garden London oder bei den Salzburger Festspielen; Bianca Deigner entwarf Kostümbilder für die Oper Frankfurt, das Residenztheater München, die Nationaloper Oslo oder die Opéra de Lille / Festival d’Automne Paris. Zum Regieteam gehört ebenso Bert Wrede für die Musik — auch er ein prägender Gast am Haus für Inszenierungen wie „Richard III“ oder die Uraufführung von „Zeiten des Aufruhrs“.
mehr anzeigen
Onkel Wanja verwaltet das etwas heruntergekommene Gut — und ein bisschen auch die Menschen, die dort nach und nach aufgelaufen sind: Wanjas Mutter, die auf dem abgelegenen Landgut trotzdem Anschluss halten möchte an die gedanklichen Strömungen der Zeit. Wanjas Schwager, den Professor, der nach seiner Pensionierung weiter seinen Publikationen und Korrespondenzen nachgeht. Oder die zweite Frau des Professors, die junge und rätselhafte Elena, die die Tage auf dem Gut in Gedanken versunken verbringt.
So geschäftig und beschäftigt all diese Personen sind, mit dem Bereden ihrer Taten und dem Klagen über die Zumutungen, die die Welt ihnen dabei entgegenstellt — es kommt der Tag, an dem Onkel Wanja dämmert, dass all diese Personen in Wirklichkeit vielleicht: gar nichts tun. Vor allem nichts Bedeutendes. Und mit dieser Ahnung wird, einem chemischen Experiment gleich, eine Kettenreaktion freigesetzt: Eine bemerkenswerte Dynamik entsteht — aber sie verläuft anders als erwartet.
Anton Tschechow gelang es von 1895 bis 1904, sich mit den vier Stücken „Die Möwe“, „Onkel Wanja“, „Drei Schwestern“ und „Der Kirschgarten“ dauerhaft in die Theater- und Kulturgeschichte einzuschreiben. Arzt, der er war, sind seine Stücke von einem analytischen und genauen Blick auf die Gesellschaft geprägt. Was sein Blick dabei einfing, war seiner Zeit weit voraus — und führt tief in die theatralen Welten eines Samuel Beckett oder Jean-Paul Sartre.
Enrico Lübbe inszeniert Tschechows Drama noch einmal im Team mit Bühnenbildner Etienne Pluss und Kostümbildnerin Bianca Deigner. Seit 2013 entstanden in dieser Zusammenarbeit am Schauspiel Leipzig Inszenierungen, die das Haus prägten, wie etwa „Die Maßnahme / Die Perser“, „Faust 1 + 2“, „Woyzeck“ oder „Das kalte Herz“. Zugleich arbeitete Etienne Pluss u. a. an der Metropolitan Opera New York, am Royal Opera House Covent Garden London oder bei den Salzburger Festspielen; Bianca Deigner entwarf Kostümbilder für die Oper Frankfurt, das Residenztheater München, die Nationaloper Oslo oder die Opéra de Lille / Festival d’Automne Paris. Zum Regieteam gehört ebenso Bert Wrede für die Musik — auch er ein prägender Gast am Haus für Inszenierungen wie „Richard III“ oder die Uraufführung von „Zeiten des Aufruhrs“.
Premiere am 04. März 2027
Große Bühne
Große Bühne
Team
Regie: Enrico Lübbe
Bühne: Etienne Pluss
Kostüme: Bianca Deigner
Musik: Bert Wrede
Dramaturgie: Torsten Buß
