Zum Motto

WIR-GESÄNGE

In der Spielzeit 2026/27 setzen wir unser Spielzeit-Motto „Wir-Gesänge“ fort. Im Zentrum steht die Frage nach dem ‚Wir‘: nach gesellschaftlichen Zugehörigkeiten, Konflikten, Sehnsüchten und Widersprüchen.

Auf der Großen Bühne eröffnen wir die Saison mit einem großen, zweiteiligen Epos der Gegenwart: „Das Vermächtnis“ von Matthew Lopez (Regie: Enrico Lübbe), das von den Möglichkeiten und Zumutungen eines ‚Wir‘ in der Gegenwart erzählt. Als zweite große Produktion zu Spielzeitbeginn kommt „Bernarda Albas Haus“ von Federico García Lorca (Regie: Salome Schneebeli) auf die Große Bühne. Im März folgt Anton Tschechows „Onkel Wanja“, gemeinsam erarbeitet von Enrico Lübbe und seinem langjährigen Bühnenbildner Etienne Pluss.

Stephan Beer und Georg Burger werden mit „Alice hinter den Spiegeln“ nach Lewis Carroll erneut ein Familienstück am Schauspiel Leipzig inszenieren. Mit „Elegien — Black Box II“ findet die Kooperation von Leipziger Ballett und Schauspiel Leipzig ihre Fortsetzung auf der Großen Bühne. Am Ende der Spielzeit laden wir Sie zu einer Produktion ein, die besondere und sonst selten zugängliche Räume des Hauses bespielt, Sie durch das gesamte Theater führt und noch einmal das ganze Ensemble präsentiert: „Schöne Vorstellung“ (Künstlerische Leitung: Falk Rößler, Hubert Wild, Salome Schneebeli).

Die Spielstätte Diskothek feiert 2027 ihr zehnjähriges Bestehen am Standort in der ehemaligen Diskothek ‚Schauhaus‘ am Stadtring. Wolfram Höll, der bereits mit vier Uraufführungen in der Diskothek vertreten war, schreibt ein weiteres Auftragswerk für das Schauspiel Leipzig: „OST“. Der Text spannt einen Bogen von den 1930er Jahren bis in die Gegenwart und wird inszeniert von Thirza Bruncken. Marco Damghani bringt mit „Der Riss“ einen neuen eigenen Text auf die Bühne, der ebenfalls als Auftragswerk des Schauspiel Leipzig entsteht. Das Dokumentartheater-Team Regine Dura und Hans-Werner Kroesinger zeigt eine neue Arbeit, die sich auf die Suche nach dem gesellschaftlichen Zusammenhalt macht: Wo und wie wird er hergestellt, diskutiert und strukturiert? Ebenso kehren Compania Sincara in einem weiteren Kooperationsprojekt zwischen Schaubühne Lindenfels und Schauspiel Leipzig zurück in die Diskothek.

Mit „Drei Mal links ist rechts“ („Three times left is right“) von Julian Hetzel ist eine Residenz-Koproduktion zum Berliner Theatertreffen 2026 eingeladen. Diese herausragende Auszeichnung wird mit einer Wiederaufnahme des Stückes im April 2027 gefeiert. Neue Projekte erarbeiten 2026/27 in der Residenz: NATURE THEATER OF OKLAHOMA, TrueColours, vorschlag:hammer, Eva Meyer-Keller und FARN / George Bele / Bodenproben. Den Abschluss der Saison bildet die vierte Ausgabe des Festivals „KATAPULT — Performance Plattform Leipzig“, ein gemeinsames Projekt von Residenz Schauspiel Leipzig, Schaubühne Lindenfels und LOFFT — DAS THEATER zur Förderung und Vernetzung der lokalen Performance-Szene.

Zum Abschluss der Intendanz von Enrico Lübbe blicken wir auf eine Erfolgsbilanz: Die Auslastung der Vorstellungen stieg kontinuierlich an, erreichte 2025 mit 83 Prozent einen Höchstwert in der Geschichte des Hauses. Zudem erhielt das Schauspiel Leipzig in den vergangenen 13 Jahren mehr als 40 Festivaleinladungen (u. a. mit vier Inszenierungen zum Berliner Theatertreffen, zehn Uraufführungen zu den Mülheimer Theatertagen sowie wiederholten Einladungen zu den Autor:innentheatertagen Berlin, zum Heidelberger Stückemarkt, Impulse Festival, zu den Ruhrfestspielen Recklinghausen und zur Biennale in Venedig). Hinzu kommen renommierte Auszeichnungen wie der Martin-Linzer-Theaterpreis und der Deutsche Theaterpreis DER FAUST.